Die Auslandsinvestitionen der Unternehmen haben im dritten Quartal mehr Geld in die Schweiz fliessen lassen als im Vorjahr. Der Ertragsbilanzüberschuss verdoppelte sich von 9 Milliarden auf 19 Milliarden Franken.

Hauptgrund für die Zunahme sind die Erträge von Finanz- und Holdinggesellschaften auf Direktinvestitionen im Ausland, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekannt gab. Laut den Währungshütern, die die Statistik vierteljährlich veröffentlichen, steigen die Überschüsse von 5 auf 11 Milliarden Franken an.

Mehr Einfuhren, mehr Ausfuhren

Im Handel mit Waren und Dienstleistungen kam es zwischen Juli und September zu mehr Aus- und auch zu mehr Einfuhren. Der Einnahmenüberschuss veränderte sich wenig und belief sich wie im Vorjahresquartal auf 13 Milliarden Franken.

Die stärksten Treiber der Warenausfuhren waren Chemieunternehmen, die die grösste Exportbranche der Schweiz bilden. Sie steigerten die Exporte um 12 Prozent. Auch Präzisionsinstrumente, Uhren und Schmuck erhöhten die Ausfuhren um 9 Prozent. Rückläufig waren vor dem Hintergrund des belastenden starken Frankens die Ausfuhren von Maschinen, Apparaten und Elektronik, und zwar um je 7 Prozent.

Die Importe stiegen wegen des Bezugs von Energieträgern wie beispielsweise Öl und Gas. Die Zunahme um rund 20 Prozent geht auf die höheren Preise zurück. Konsum- und Investitionsgüter nahmen um 3 Prozent resp. 2 Prozent zu. Bei Rohstoffen und Halbfabrikaten zeigt die Statistik einen Rückgang um 1 Prozent.

Höhere Kapitalexporte

In den Zahlen zum Kapitalverkehr finden sich unverkennbar die Devisenkäufe wieder, die die SNB zur Verteidigung der 1,20-Franken-Untergrenze beim Euro-Franken-Wechselkurs unternimmt. Die Kapitalexporte summierten sich auf 61 Milliarden Franken, lagen aber immerhin 10 Milliarden Franken tiefer als im dritten Quartal 2011.

Anzeige

Bei den Direktinvestitionen flossen dazu netto 14 Miliarden Franken ins Ausland. Hauptursache dafür sind Investoren in anderen Ländern, die Mittel aus ihren schweizerischen Töchtern abzogen.

Ins Land hinein kam demgegenüber Kapital zur Finanzbranche in Form des Kredit- und Einlagengeschäfts. Insgesamt errechnete die SNB im Kapitalverkehr einen Export von unter dem Strich 36 Milliarden Franken. Dieser liegt um 15 Milliarden Franken höher als im dritten Quartal 2011.

(vst/chb/sda)