Parallel zu den immer intensiveren Diskussionen über eine Austritt Griechenlands aus der Eurozone hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Liquidität im Schweizer Bankensystem weiter hochgefahren. Die Giroguthaben der inländischen Banken bei der SNB stiegen in der Woche zum 1. Juni nach SNB-Angaben vom Montag um rund 15 auf 185,4 Milliarden Franken.

Das war der höchste Stand in diesem Jahr. Im September 2011 als der Euro zum Franken fast auf Parität gesunken war, erreichten die Girokonten der Banken mehr als 200 Milliarden Franken.

Die SNB ist bestrebt, dem Aufwertungsdruck auf den Franken durch eine ausserordentlich hohe Liquidität am Geldmarkt entgegenzuwirken. Sie kann zu diesem Zweck, und um den seit September geltenden Mindestkurs für den Euro von 1.20 Franken zu verteidigen, Devisen auf Dauer oder als Devisenswaps für begrenzte Zeit kaufen.

Die genauen Ursachen der Veränderungen bei den Giroguthaben erläutert die SNB üblicherweise nicht. Marktbeobachtern zufolge dürfte der Aufwertungsdruck auf den Franken zuletzt gestiegen sein, da von der Eurokrise verunsicherte Anleger verstärkt Schutz im Franken suchen.

Das könnte dazu geführt haben, dass die SNB vermehrt Devisenswaps und andere Instrumente einsetzen musste, um ein Abrutschen des Euro unter 1.20 Franken zu verhindern.

(vst/sda)