Kampf um den Euro-Franken-Mindestkurs: Nach Berechnungen des SF-Wirtschaftsmagazins «Eco» hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Juli 34 Milliarden und im August bis heute etwa 13 Milliarden Euro gekauft. Damit habe die Nationalbank inzwischen Euro im Wert von rund 230 Milliarden Franken angehäuft.

Angesichts dieser Zahlen verweist «Eco» auf die Sorge, dass die Nationalbank Verluste einfährt, wenn der Euro an Wert verliert. SNB-Präsident Thomas Jordan entgegnet in der Sendung, die am Montagabend ausgestrahlt wird: «Die Frage der Verluste ist eine wichtige Frage, aber geldpolitisch nicht relevant.» Der Auftrag der SNB sei es, monetäre Bedingungen zu schaffen, die richtig seien für die Schweizer Volkswirtschaft, sowie die Preisstabilität aufrechtzuerhalten.

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Bund und Kantone können auf SNB-Geld hoffen  

Laut Jordan hat der Mindestkurs eine positive Wirkung auf die Stabilisierung der Schweizer Wirtschaft gehabt. Die Frage nach einer Beendigung der Kopplung des Schweizer Frankens an den Euro stelle sich für ihn momentan nicht. Er sagt aber auch: «Der Mindestkurs ist nicht für die Ewigkeit.» Es handle sich um eine «Extremmassnahme für eine Extremsituation».

In Bezug auf das SNB-Geld für Bund und Kantone sagt Jordan: «Im Moment sieht es danach aus, dass diese Ausschüttung getätigt werden kann.» Dies wäre 1 Milliarde Franken für das Jahr 2012. Finanzdirektoren waren bereits in Sorge, denn nach der neuen Vereinbarung ist eine Gewinn-Ausschüttung der Nationalbank nicht mehr selbstverständlich. Eine definitive Entscheidung fällt allerdings erst Ende Jahr. «Wir können keine Garantie geben», so Jordan.

(tno/rcv)