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SNB: Mit 500 Millionen gegen starken Franken?

Sitz der SNB in Bern: Die Notenbanker haben wohl interveniert.   Keystone

Am Freitag sorgte eine auffällige Transaktion für Aufregung unter Devisenhändlern. Es gab eine Franken-Order über 500 Millionen Franken. Dahinter dürfte die Schweizerische Nationalbank gesteckt haben.

Veröffentlicht am 16.11.2014

Laut der Zeitung  «Schweiz am Sonntag» gab ein Händler am Freitag eine Order zum Kauf von 500 Millionen Euro zu einem Kurs von 1.2016 durch. Für Händler aus London war klar: Dahinter kann eigentlich nur die Schweizerische Nationalbank (SNB) stecken. Sie musste wohl nach monatelanger Absenz wieder am Devisenmarkt eingreifen, um die Kursuntergrenze von 1.20 zu verteidigen.

In den letzten Monaten wurde der Euro gegenüber dem Schweizer Franken immer schwächer. In den letzten Tagen tendierte er immer stärker gegen die Interventionsgrenze. Am Freitag rutschte der Kurs für einen Euro auf 1.2010 Franken. Damit touchierte der Markt die rote Linie der Nationalbank, die keine Kurse unter dieser Marke akzeptiert. «Es sieht so aus, als ob der Markt die SNB testen wollte», sagt ein Händler.

Auslöser: Mario Draghi und die Gold-Initiative?

Wie üblich nahm die Nationalbank keine Stellung dazu, ob sie hinter der Transaktion stehe oder nicht. Ob sie eingreifen musste, lässt sich möglicherweise in den in den kommenden Wochen anhand periodisch publizierter Statistiken herauslesen. Der Grund für die Euroschwäche liegt einerseits in der Politik der Europäischen Zentralbank. Deren Chef Mario Draghi setzt alle geldpolitischen Hebel in Bewegung, um den Euro gegenüber anderen Währungen zu schwächen.

Damit verfolgt Draghi das Ziel, die kriselnde Wirtschaft im Euroraum anzukurbeln. Für die Schweiz bedeutet das, dass der Aufwertungsdruck auf den Franken anhalten wird. Die Devisenexperten der Commerzbank hingegen argumentierten in einer Analyse, dass der aktuelle Spekulationsdruck nahe der Frankengrenze ein Ergebnis der Konfusion über die kurz- und langfristigen Risiken der Gold-Initiative sei. Über sie wird am 30. November abgestimmt.

SNB – mehr Tech-Titel, weniger Goldminenaktien

Als Folge der Interventionen bläht sich die Bilanz der SNB weiter auf. Die enormen Devisenreserven müssen angelegt werden. Neben Anleihen setzt die Notenbank auch auf Aktien. Wie eine Auswertung von Bloomberg zeigt, kaufte sie in den letzten Monaten Technologietitel hinzu, während sie Edelmetall- und Goldminenaktien in der Tendenz abstiess.

(se/moh)

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