Ein Ökonom der Schweizerischen Nationalbank (SNB) äussert sich positiv über den Einsatz von Helikoptergeld. «Mit pauschalen Geldüberweisungen an Bürger könnten Zentralbanken die Teuerungsraten besser kontrollieren als mit der Manipulation von Kreditmärkten und Zinsen», schreibt Romain Baeriswyl, der bei der SNB dem Senior Management angehört, in dem Artikel «The case for the Separation of Money and Credit».

«Pauschale Überweisungen ermöglichen Inflationssteuerung, ohne dass dabei finanzielle Ungleichgewichte entstehen», so Baeriswyl weiter. Der Artikel des Nationalbank-Mitarbeiters soll in den kommenden Monaten in einem vom Springer-Verlag herausgegebenen Buch erscheinen.

In der Schweiz noch kaum diskutiert

Bisher hat sich keine Notenbank für den Einsatz von Helikoptergeld entschieden. International läuft allerdings seit Monaten eine Debatte über die Massnahme. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei, dass viele Währungshüter beim Versuch, höhere Inflationsraten zu erreichen, mit dem Einsatz ihrer herkömmlichen Instrumente an Grenzen gestossen sind.

In der Schweiz ist die Diskussion neu. Baeriswyls Artikel dürfte bisher nicht der Mehrheitsmeinung innerhalb der Nationalbank entsprechen. «Das Thema liegt ausserhalb unserer gesetzlichen Kompetenzen», sagt ein SNB-Sprecher der «NZZ am Sonntag». Ein allfälliger Beschluss über Helikoptergeld sei Sache des Bundes.

(gku)