Die Initianten des Gold-Referendums erfahren von allen Seiten Gegenwind. Der Nationalrat lehnt die Initiative ebenso ab wie Finanzministerin Eveline Widmer Schlumpf. Selbst einige SVP-Politiker äusserten sich jüngst negativ gegen den Vorstoss aus den eigenen Reihen. Und sogar die sonst in politischen Fragen so zurückhaltende Schweizerische Nationalbank (SNB) meldete sich in einem mehrseitigen Statement zu Wort.

Nun hat der Vizepräsident der SNB die Position seiner Institution noch einmal bekräftigt. Auf einer Veranstaltung in Martigny betonte Jean-Pierre Danthine am heutigen Donnerstag laut Redeskript, dass die SNB im Gesamtinteresse des Landes die Stabilität der Preise gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung tragen müsse. «Die Goldinitiative würde die Möglichkeit der SNB, dieses verfassungsmässige und gesetzliche Mandat wahrzunehmen, massiv beschneiden.»

Ausschüttungen an Bund und Kantone in Gefahr

Da Gold weder Zinsen noch Dividenden abwerfe, so der auf 2015 altersbedingt ausscheidende SNB-Vize, würde die Fähigkeit der SNB beeinträchtigt, Gewinne zu erzielen und diese an Bund und Kantone weiterzugeben. Zudem wies Danthine darauf hin, dass «Währungsreserven, die nicht verkauft werden können, keine eigentliche Reserven darstellen.»

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Schwerwiegende Konsequenzen hätte der Vorschlag der Initiative laut Danthine, der SNB den Verkauf von Gold für alle Zeiten zu verbieten. Das könnte demnach zusammen mit der Verpflichtung, mindestens 20 Prozent der Aktiven in Gold zu halten, dazu führen, dass die Aktiven der SNB schliesslich hauptsächlich aus Gold bestehen. «Dies würde unseren Handlsungsspielraum massiv einschränken.»