Der Überschuss in der Schweizer Leistungsbilanz ist im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel gestiegen. Der Saldo legte gegenüber dem Vorjahr um 14 Milliarden Franken auf 66,3 Milliarden Franken zu. Der Anstieg ist fast ausschliesslich auf die Kapitaleinkommen zurückzuführen, deren Saldo sich beinahe auf 40 Milliarden Franken verdoppelte. «Die höheren Einnahmen aus schweizerischen Direktinvestitionen im Ausland waren dafür aussschlaggebend», heisst es in der Medienmitteilung der Währungshüter.

SNB-Politik lässt Währungsreserven kräftig steigen

Im Kapitalverkehr ergab sich demnach eine Verdreifachung des Nettokapitalexports auf 97 Milliarden Franken. «Der Kapitalverkehr wurde durch die Devisenkäufe der Nationalbank geprägt», teilten die Notenbanker selbst mit. So stiegen die Währungsreserven um 175 Milliarden Franken auf 218 Milliarden Franken.

Demgegenüber veränderte sich die Bilanz im Handel mit Waren und Dienstleistungen kaum. Zwar exportierten die Uhren- und die Pharmaindustrie deutlich mehr ins Ausland. Zugleich brachen die Ausfuhren der Maschinen- und Elektronikindustrie um 8 beziehungsweise 10 Prozent ein.

Unterm Strich wuchsen sowohl die Warenexporte als auch die Importe um 1 Prozent, der Überschuss lag mit 15,5 Milliarden Franken leicht über dem Vorjahreswert. Bei den Dienstleistungen legten dagegen die Importe etwas stärker zu als die Exporte, der Saldo verringerte sich von 44,1 auf 41,2 Milliarden Franken.

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Aussenüberschuss klettert auf über 13 Prozent des BIP

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Überschuss in der Leistungsbilanz im vergangenen Jahr damit deutlich von rund 8 auf 13 Prozent gestiegen, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) in seiner Statistik ausweist. Die leicht anders definierten Zahlen der SNB weisen einen Anstieg von 9 auf 11 Prozent binnen Jahresfrist aus. Damit gehört die Schweiz zu den Ländern mit dem weltweit höchsten positiven Saldo von Exporten und Importen.

Lediglich einige wenige erdölexportierende Länder wie Saudi-Arabien und Libyen weisen einen noch höheren Überschuss aus. Von den entwickelten Volkswirtschaften ist diese Differenz laut IWF nur in Norwegen und Singapur höher.