Für die Schweizer Wirtschaft deuten die wichtigsten Frühindikatoren auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn. Wie es um Europas Konjunktur steht, zeigen die heute veröffentlichten Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Euro-Zone legte im ersten Quartal um 0.4 Prozent zum Vorquartal zu, die fünf grössten Volkswirtschaften der Währungsunion wuchsen allesamt.

Für die Schweiz sind das gute Nachrichten, gehen doch noch immer fast zwei Drittel der Exporte in die umliegenden Länder. Die wichtigsten Stützen für den Euro-Raum waren zu Jahresbeginn aber ausgerechnet Länder, die in den vergangenen Jahren oft mit durchwachsenen Konjunktur-Meldungen auf sich aufmerksam machten: Frankreichs BIP stieg um 0,6 Prozent und damit so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. Das Wachstum in der zweitgrössten Euro-Volkswirtschaft wurde vor allen von staatlichen und privaten Konsumausgaben getragen.

Südländer Spanien und Italien überraschen positiv

Noch kräftiger wuchs zu Jahresbeginn Spaniens Wirtschaft. Das Plus von 0,9 Prozent im ersten Quartal entspricht etwa jenem Wert, den Fachleute für die Schweiz erwarten – allerdings fürs Gesamtjahr 2015. Das kräftige Plus folgt auf einen bereits starkes Wachstum von 0.7 Prozent Ende 2014. Mit Italien konnte ein weiteres Land im Süden des Kontinents positiv überraschen: Das BIP-Plus von 0,3 Prozent war das höchste seit vier Jahren.

Demgegenüber enttäuschten die vermeintlich starken Kernländer der Euro-Zone: Finnland steckt nach dem zweiten Minus in Folge (nach einem Rückgang um 0,2 Prozent nun minus 0.1 Prozent) in der Rezession. Für Deutschland hatten die Experten im Schnitt mit deutlich mehr als den gemeldeten 0.3 Prozent Zuwachs gerechnet. Immerhin: Fürs Gesamtjahr rechnen Fachleute immerhin noch mit einem Wachstum um knapp 2 Prozent.

Griechenland wieder in der Rezession

Neben Finnland schrumpfte das BIP zu Jahresbeginn auch in Estland, Litauen und Griechenland. Die hellenische Wirtschaft ist damit ebenfalls neu in der Rezession – Experten führen das auf die gewachsene Unsicherheit für Unternehmen und Haushalte im Zuge mit dem neuen Rettungspaket zurück.

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