Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) hat am Freitag unter dem Motto «Ja zur Schweiz - Hier kaufe ich ein» eine Kampagne gegen den grenznahen Einkaufstourismus lanciert. Mitmachen sollen dabei vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) selbst.

Im Jahr 2011 hätten Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten für rund fünf Milliarden Franken im Ausland eingekauft, schreibt der SGV am Freitag in einem Communiqué und nimmt damit eine Zahl auf, die Coop-Chef Joos Sutter Mitte Februar an der Bilanzmedienkonferenz seines Unternehmens erwähnt hatte.

Gewerbeverband stärkt Coop den Rücken

Coop wie auch der andere grosse Schweizer Detailhändler Migros machen bei der Kampagne jedoch nicht mit. Getragen wird sie stattdessen nebst dem SGV von den kantonalen Gewerbeverbänden Baselland, St. Gallen, Thurgau und Zürich, dem Autogewerbeverband, dem Detaillistenverband, Gastrosuisse sowie der IG Möbelhandel.

In einem ersten Schritt sollen Inserate in Zeitungen geschaltet und Plakate an Verkehrsknotenpunkten aufgehängt werden, wie dem SGV-Communiqué weiter zu entnehmen ist. In einem zweiten Schritt sollen dann die Schweizer KMU selbst bei der Kampagne mitmachen und die Plakate in ihren Geschäftsstellen aufhängen sowie die Inserate in Branchenzeitschriften platzieren.

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SGV sieht «System Schweiz» bedroht

Der durch Euroschwäche und Frankenstärke bedingte Einkaufstourismus im grenznahen Ausland schade der Schweiz als Gesellschaftssystem, erklärt der SGV sein Motiv hinter der Kampagne. Dem «System Schweiz» müsse man jedoch Sorge tragen, und nicht nur davon profitieren. So stelle es den Landesbürgern etwa Jobs mit angemessenen Löhnen und ein erfolgreiches Bildungssystem zur Verfügung.

Der Verzicht auf den Einkauf im Ausland sei mehr als ein «willkommener ökonomischer Faktor». Er sei ein bewusster Entscheid und ein Zeichen von Stolz auf die Schweiz mitsamt ihren Errungenschaften. Wer in der Schweiz konsumiere, sage Ja zur Schweizer Gesellschaft, erklärt der SGV.

(muv/laf/sda)