Erneut mahnt die Schweizerische Nationalbank vor einer drohenden Blase am hiesigen Immobilienmarkt. Markus Graf, Chef der grössten Schweizer Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site (SPS), stört sich am Vorgehen der Währungshüter. 

«Ich finde, dass die Nationalbank bei ihrer Warnungen vor einer Immobilienblase zu wenig differenziert», sagt Graf im Interview mit der «Handelszeitung». Nur ein Teilbereich des Marktes, nämlich die Wohnbau-Hypotheken, sei das eigentliche Thema. Dort hingegen wittert auch Graf Gefahr. «Bei einem Anstieg der Zinsen um 2 bis 3 Prozent könnten einige Schuldner bereits in Schwierigkeiten geraten.» Hingegen glaubt er nicht, dass der Wohnbau jetzt in eine Krise schlittert.

«Ablösungsprozess über mehrere Jahre» 

Ebenfalls skeptisch betrachtet der SPS-Chef den Markt für Büroflächen. Dort steigen selbst in der begehrten Innenstadt Zürichs die Leerstände – und die Mietpreise geraten unter Druck. «Ich rechne je nach Objekt und Lage mit Preiskorrekturen im ein- bis zweistelligen Prozentbereich», sagt Graf. Das wiederum werde neue Firmen anziehen, welche die Preiskorrekturen nutzen wollen. «Dieser Ablösungsprozess wird sich wohl über mehrere Jahre hinziehen», so Graf.

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Derweil kommt die Integration des letzten Juni von SPS übernommenen Altersresidenzen-Spezialisten Tertianum voran. SPS habe die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde für die Übernahme inzwischen erhalten, berichtet Graf.

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