An vielen Baustellen in der Schweiz stehen heute die Geräte still. Der Grund: Die Baumeister hatten die Verhandlungen über den neuen Gesamtarbeitsvertrag am 2. November platzen lassen, wie die Gewerkschaften Unia und Syna am Morgen zu Beginn ihres Protesttags mitteilten.

Die Gewerkschaften fordern mehr Schutz vor Lohndumping sowie bei Krankheit, Unfall und Schlechtwetter. Fast 2000 Bauarbeiter haben am Morgen in Genf demonstriert. Sie zogen durch die Strassen und pfiffen auf Trillerpfeifen. Zur Demonstration aufgerufen hatten die Gewerkschaften Unia, Syna und Sit. In Lausanne ist für den Nachmittag ein Protestzug durch das Stadtzentrum geplant. Rund 2000 Bauarbeiter sind am Morgen mit dem Zug zum nationalen Aktionstag der Gewerkschaften in die Stadt gefahren

Die Bauarbeiter klagen über immer höheren Druck. Gemäss Unia und Syna ging bei anhaltendem Bauboom die Zahl der im Sektor Beschäftigten um 3,5 Prozent zurück, der Umsatz der Baufirmen stieg gleichzeitig um 3,1 Prozent. Die Beschäftigten müssten das mit ihrer Gesundheit bezahlen. Zudem steige das Lohndumping «erschreckend».

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Der Schweizerische Baumeisterverband schlägt den Gewerkschaften vor, den bestehenden Landesmantelvertrag vorerst fortzuführen. Dieser läuft eigentlich Ende Jahr aus. Ein vertragsloser Zustand wäre im Bausektor keine Premiere.

Die Patrons boten den Gewerkschaften eine Lohnerhöhung im Bauhauptgewerbe um 1,5 Prozent und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gegenwert von 0,75 Lohnprozenten an. Unia und Syna erklärten die Verhandlungen für vorerst gescheitert und warfen den Arbeitgebern Wortbruch vor.

(laf/sda)