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Konjunktur

Swissmem-Präsident warnt vor «einem blutigen Kapitel»

Swissmem-Präsident Hans Hess sorgt sich um den Technologie-Werkplatz Schweiz. (Bild: Keystone)

Der Swissmem-Präsident will nicht schwarz malen. Doch für den Technologie-Werkplatz Schweiz befürchtet Hans Hess in den kommenden Monaten einen weiteren Stellenabbau.

Von Norman Bandi
am 22.08.2012

Die Schulden- und Euro-Krise ist zwar endgültig in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) angelangt, doch nicht so heftig wie Präsident Hans Hess vor einem Jahr prophezeite.

Dem Technologie-Werkplatz Schweiz drohe in den nächsten sechs bis zwölf Monaten ein weiterer Stellenabbau, aber es würden keine 10’000 Jobs sein. «Ich kann keine konkreten Zahlen nennen. Es werden hoffentlich eher Hunderte sein als Tausende. Ich hoffe, ich bin nicht zu optimistisch», sagtHess im «Handelszeitung»-Interview.

Der Swissmem-Präsident will nicht schwarz malen. «In der Summe ist die MEM-Industrie in den letzten zwölf Monaten besser weggekommen, als ich befürchtet habe.»

Frankenuntergrenze als Drohszenario

Trotzdem sieht er eine neue Gefahr auf den zu drei Vierteln exportabhängigen Technologie-WerkplatzSchweiz zukommen: Den Fall der Stabilisierung des Euros bei 1.20 Franken.

«Wenn die SNB den Mindestkurs nicht halten könnte, käme ein neues Kapitel auf dieExportindustrie zu – das würde ein blutiges Kapitel», sagt Hess. Er wünsche sich, dass die SNB dem seit Frühling enorm zunehmenden Druck weiter standhalten könne.

Zum Plan B seiner Branche sagt Hess: «Viele Unternehmen machen sich Gedanken über das Worst-Case-Szenario. Die häufigste, aber nur kurzfristig wirksame Massnahmeist, den Euro wiederabzusichern.» Viele Betriebe hätten dies seit der Einführung der Untergrenze nicht mehr getan.

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