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Trotz Bauboom wieder weniger Mietwohnungen

Die Zuwanderung ist der Grund für höhere Mieten, aber nicht für höhere Preise bei Eigentumswohnungen. (Bild: Keystone)

2011 ist die Suche nach Mietwohnungen noch schwieriger geworden. Zahlreiche Neubauten führten zwar zu einem grösseren Angebot, es hat allerdings nicht mit der steigenden Nachfrage mithalten können.

Veröffentlicht am 25.07.2012

Die Mieten für auf dem Markt angebotene Wohnungen sind 2011 noch stärker als im Jahr davor gestiegen, berichtet das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO). Von der Verknappung des Wohnungsangebots betroffen waren alle Preissegmente und mit Ausnahme der Region Mittelland und des Tessins auch die ganze Schweiz.

Der Anstieg der Mieten fiel mit einer durchschnittlichen Preissteigerung von 6,8 Prozent in der Westschweiz am höchsten aus. In der Zentralschweiz stiegen die Angebotsmieten durchschnittlich um 2,8 Prozent, in der Region Zürich um 2,5 Prozent. Schweizweit betrug der Anstieg 3,0 Prozent. Er fiel damit deutlich stärker aus als im Vorjahr, als die Angebotsmieten nur moderat um 0,33 Prozent stiegen.

Zuwanderung als Preistreiber für Mieten

Signifikant beeinflusst worden sind die Angebotsmieten gemäss BWO durch die Zuwanderung von Ausländern, insbesondere in der West- und Zentralschweiz. In der Region Zürich zeige sich zudem, dass zunehmend in der Peripherie ein Nachfragewachstum nach Mietwohnungen befriedigt werden müsse, schrieb das BWO.

Eigentumswohnungen teurer

Selbst die rege Bautätigkeit kann die durch die tiefen Zinsen auf Hypothekarkrediten markant gestiegene Nachfrage nach Wohneigentum nicht befriedigen. Das führt gemäss BWO dazu, dass auch die Preise von Eigentumswohnungen stark steigen.

In der Region Zürich betrug der Preisanstieg 2011 7,3 Prozent, in der Innerschweiz 6,6 Prozent und in der Westschweiz 5,8 Prozent. Im schweizweiten Durchschnitt sind Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser 4,5 Prozent teurer geworden.

Keinen Einfluss auf die Preisentwicklung für Wohneigentum habe dabei die Zuwanderung gehabt, schrieb das BWO. Schweizweit seien nur gut 6 Prozent der Haushalte ausländisch. Einzig in der Westschweiz und in Zug hätten Ausländer substanziell zum Haushaltswachstum beigetragen.

Andernorts, so etwa im Zürcher Oberland, seien es aber hauptsächlich schweizerische Haushalte, die massgeblich zur Knappheit des Angebots für Wohneigentum beigetragen hätten, hiess es im Bericht des BWO. Das BWO lässt die Entwicklung des Wohnungsmarkt jährlich untersuchen und fokussiert dabei insbesondere auf die Frage, welche Auswirkungen die Personenfreizügigkeit dabei hatte.

(chb/sda)

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