Die Perspektiven für die Schweizer Wirtschaft haben sich im April wieder eingetrübt: Nach einer leichten Erholung im Vormonat, sank das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich von revidiert 90,9 auf 89,5 Punkte.

Nach dem Rückgang des Indikators um fast 6 Punkte im Februar, in dem sich die Aufhebung des Euro-Mindestkurses widerspiegelt, seien die Ausschläge des Barometers momentan wieder etwas kleiner, teilte die Kof nun mit.

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Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert

Ende 2014 hatte das Barometer noch bei 99 Punkten notiert. Durch die Aufhebung des Mindestkurses der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat sich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verschlechtert, wie die Kof festhält. Um die Aktivitäten nicht zu deutlich senken zu müssen, passten die Unternehmen ihre Preise nach unten an, was die Erträge schmälerte.

Dafür zeigen laut Kof die Indikatoren für die Entwicklung der Aufträge und der Einkäufe von Vorprodukten wieder leicht nach oben. Die Konjunkturperspektiven in den wichtigen Abnehmerländern von Schweizer Produkten hätten sich zwar aufgehellt, doch könnten davon die hiesigen Produzenten nur eingeschränkt profitieren.

Industrie unter Druck

So sind im April viele Indikatoren für die Schweizer Industrie gesunken. Speziell die Hersteller von Holzprodukten, die Elektroindustrie und die Chemieproduzenten spüren laut Kof Gegenwind. Ebenfalls etwas eingetrübt haben sich die Aussichten für das Gastgewerbe. Die Indikatoren für das Bankgewerbe sind leicht im Minus.

Stabil sind laut dem Frühindikator dagegen die Aussichten für den Konsum und die Bauwirtschaft. Das Kof Konjunkturbarometer setzt sich aus 217 Einzelindikatoren zusammen. Die Kof hat im März für das laufende Jahr ein Wachstum der Schweizer Wirtschaft um 0,2 Prozent prognostiziert. Andere Konjunkturauguren sind optimistischer, die Nationalbank geht von einem Plus von knapp 1 Prozent aus.

(sda/tno/ama)