Die weltweite Nachfrage nach Schweizer Uhren bleibt unter Druck, entsprechend sind die Exporte im September 2016 erneut zurückgegangen - den 15. Monat in Folge. Weiterhin starke Einbussen zeigen sich bei den Uhrenexporten in die beiden wichtigsten Absatzmärkte Hongkong und China, wogegen die Käufe aus den USA sowie aus Grossbritannien zugenommen haben.

Insgesamt sanken die Exporte von Schweizer Uhren im September gegenüber dem Vorjahr um rund 104 Millionen bzw. 5,7 Prozent auf 1,71 Milliarden Franken. Real betrug das Minus gar 10,9 Prozent, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilten. Arbeitstagbereinigt fiel der Rückgang leicht geringer aus: In dieser Berechnung gingen die Uhrenexporte um nominal 5,6 Prozent und real um 10,8 Prozent zurück.

Rückgang beschleunigt

Bereits in den Vormonaten hatten sich die Uhrenexporte markant rückläufig entwickelt. Im August nahmen sie um nominal 8,8 Prozent (real: minus 11 Prozent) ab, im Juli um 14 Prozent (minus 21 Prozent), im Juni um 16 Prozent (real minus 21 Prozent) und betrachtet man die Monate Juli bis September, dann ergibt sich ein Minus von nominal 9,6 Prozent im dritten Quartal 2016.

Damit hat sich der Rückgang gegenüber 2015, als die Uhrenexporte um 3,3 Prozent abgenommen haben, stark beschleunigt. Im Jahr 2014 hatten die Ausfuhren noch leicht um 1,9 Prozent zugenommen. Zudem fielen die Exporte im September erneut in allen Preissegmenten, aber in unterschiedlichem Ausmass. Uhren zwischen 200 und 500 Franken (Exportpreis) zeigten den stärksten Preisrückgang mit 11,6 Prozent, während im Bereich von 500 bis 3000 Franken der Rückgang nur 1,4 Prozent betrug.

Hongkong im freien Fall

Besonders stark leidet der wichtigste Markt für die Schweizer Uhrenindustrie, Hongkong. Im September waren die Uhrenexporte in die ehemalige britische Kolonie nominal um fast 40 Prozent rückläufig, wie der Uhrenverband schreibt. Damit setzt sich der seit 19 Monaten anhaltende Markteinbruch in Hongkong fort.

Wieder positiv entwickelte sich der US-Markt, wo die Ausfuhren im September um 4,7 Prozent zunahmen. Damit war die USA zum zweiten Mal in diesem Jahr der stärkste Exportmarkt, so der Uhrenverband. Auch in Japan stiegen die Exporte um 8,9 Prozent auf 127,8 Millionen Franken. Deutliche Einbussen verzeichnete die Branche aber in Italien (minus 14,5 Prozent), wie der Statistik zu entnehmen ist.

Aktien leicht positiv

In Grossbritannien zeigte sich erneut eine klare Zunahme der Exporte aufgrund des schwachen britischen Pfunds. Mit einem Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat schraubten sich die Uhrenexporte auf insgesamt 120,6 Millionen Franken hoch.

Im vorbörslichen Handel der Bank Julius Bär gewinnen die Aktien der Swatch Group (plus 0,6 Prozent) und von Richemont (plus 0,4 Prozent) in einem leicht negativerem Gesamtmarkt, gemessen am SMI minus 0,49 Prozent, bis gegen 08.30 Uhr.

(awp/gku/me)

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