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Konjunktur

Verband beklagt: Fast jede dritte Apotheke rentiert nicht

Vor allem Apotheken auf dem Land oder in Quartieren haben es laut Pharma Suisse schwer. (Bild: Keystone)

Mehr als 30 Prozent der Apotheken in der Schweiz sind gemäss einer Pharma-Suisse-Studie nicht rentabel. Der Verband sagt Entlassungen voraus.

Veröffentlicht am 22.11.2011

Über 30 Prozent der Schweizer Apothekensind gemäss einer Studie nicht rentabel, vor allem solche auf dem Land oder in Quartieren. Die Studie wurde im Auftrag des Apothekerverbandes Pharma Suisse von der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich erstellt.

In der Rentabilitätsstudie wurden 1011 Apotheken erfasst. Mehr als 30 Prozent von ihnen erwirtschaften gemäss KOF nicht mehr genügend Gewinn, um betriebswirtschaftlich rentabel zu sein. Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durch Apotheken sei direkt bedroht, folgert Pharma Suisse.

In letzter Konsequenz werde es zu Entlassungen kommen, da 70 Prozent der Betriebskosten durch das Personal entstünden, heisst es in der Mitteilung des Verbandes. Gegen weitere ertragsschmälernde Opfer der Apotheken werde sich der Verband wehren.

Seit Einführung der preisunabhängigen Abgeltung (LOA) im Jahr 2001 seien weder der Taxpunktwert für die Leistungen der Apotheker noch die Vertriebsanteile der Medikamente der Teuerung angepasst worden. Zudem habe es im März 2010 sogar eine Kürzung der Marge gegeben.

Bei einer durchschnittlichen Krankenkassenprämie von 382 Franken pro Monat betrage der Anteil der Kosten für die Apotheken gerade mal 8.45 Franken, also 2,2 Prozent. Die Kosten seien kaum beeinflussbar, das einzige variable Element seien die Personalkosten.

(kgh/tno/sda)

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