Die Ursache des Busunglücks im Wallis muss im menschlichen Bereich liegen. Technische Probleme schloss der Oberstaatsanwalt des Zentralwallis, Olivier Elsig, am Freitag in Brüssel aus.

Die Ermittler wissen noch nicht, wie es zum Unfall des belgischen Cars in einem Tunnel bei Sitten kommen konnte. Bisher können sie lediglich technische Probleme ausschliessen, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Wallis mitteilte.

Ausgeschlossen werden auch eine Einwirkung von Dritten und Mängel an der Strasse oder an der Tunnelinfrastruktur. Zudem fuhr der Carchauffeur weder unter Alkoholeinfluss noch zu schnell. Und schliesslich wies auch der Reisebus keine technischen Probleme oder mangelnden Unterhalt auf.

Aufgrund der Unfallaufnahme, der Auswertung der Fahrtschreiber-Diagrammscheiben und der Expertise zum Fahrzeug hätten bis heute Erkenntnisse über die Strecke, die Geschwindigkeit und die Fahrlinie des Fahrzeuges gewonnen werden können.

Aufprall mit 100 kmh

Gemäss Mitteilung der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Wallis verliess der Car St-Luc im Val d'Anniviers gegen 19.45 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt sass ein 52-jähriger Chauffeur am Steuer, der «erfahrenere» von zwei Carlenkern. Das Fahrzeug habe die Talebene gegen 21.10 Uhr erreicht. Dort sei nach kurzem Anhalten ein Lenkerwechsel vorgenommen worden.

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Ein 32-jähriger Chauffeur habe das Lenkrad übernommen. Nach einer in rund zwei Minuten zurückgelegten Strecke von 2222 Metern habe sich dann der Unfall ereignet. Die Geschwindigkeit des Busses habe in diesen zwei Minuten zwischen 99 und 100 km/h gelegen. Erlaubt ist im Tunnel Tempo 100.

Die Aufprallgeschwindigkeit habe zwischen 99 und 101 km/h betragen. Der Reisecar sei ungefähr 75 Meter vor dem Kollisionspunkt auf die rechte Bordsteinkante gefahren und habe so seine Fahrt mit einer Geschwindigkeit vom 27 Metern pro Sekunde bis zum Unfallort fortgesetzt.

«Die Zeit zwischen dem Auffahren auf den Randstein und der Endlage betrug weniger als drei Sekunden. Es konnte weder eine markante Richtungsänderung noch eine Bremsung festgestellt werden», schreibt die Oberstaatsanwaltschaft.

Die Untersuchung des Busunglücks wird fortgeführt und konzentriert sich auf «Ursachen im Zusammenhang mit dem Lenker des Reisecars». Oberstaatsanwalt Olivier Elsig hofft, die Untersuchungen Ende Sommer abschliessen zu können, wie er in Brüssel vor den Medien erklärte.

(rcv/chb/sda)