Mit der Senkung des Zielbandes auf 0 bis 0,25 Prozent im August haben die Währungshüter ihren Spielraum für eine expansive Geldpolitik ausgeschöpft. Im Fokus stehen dürfte bei der heutigen Sitzung vor allem die Einschätzung der Schweizerische Nationalbank (SNB) zur Entwicklung der Konjunktur und der Inflation.

Im September war die Notenbank für das kommende Jahr von einem Rückgang des Preisniveaus um 0,3 Prozent ausgegangen. Gemäss Analysten könnte diese Prognose heute nun noch einmal gesenkt werden.

Gespannt darf man auf die Einschätzungen der SNB besonders auch im Zusammenhang mit der Entwicklung des Wechselkurses des Frankens zum Euro sein. Einzelne Marktbeobachter können sich gar eine Anhebung der Kursuntergrenze von 1.20 Franken vorstellen.

Noch zu früh für eine neue Untergrenze?

Weil sich die Wachstumsaussichten der Schweizer Wirtschaft für 2012 weiter verschlechtert hätten, müsse die SNB ihre Geldpolitik noch expansiver gestalten, schrieb etwa Ökonom Reto Hünerwadel vom UBS Investment Research in einem Kommentar. Dass die SNB den bisherigen Mindestkurs recht mühelos verteidigen konnte, würde für eine Anhebung auf 1.25 Franken sprechen.

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Die Mehrheit der Ökonomen erwartet jedoch zumindest vorerst keine Veränderung der Wechselkurs-Untergrenze. Eine Anhebung auf 1.25 Franken würde für die Schweizer Exportwirtschaft wohl keinen grossen Unterschied ausmachen, nachdem der Franken zuletzt im Bereich von 1.23 und 1.24 Franken gehandelt wurde, meinte etwa Alessandro Bee von der Bank Sarasin.

Auch Janwillem Acket, Chefökonom der Bank Bär, sieht den Zeitpunkt für eine Anhebung der Untergrenze noch nicht gekommen. Die SNB müsse ihr Pulver trocken halten für den Fall, dass sich die europäische Schuldenkrise wieder verschärft und eine neue Flucht in den Franken einsetzt, sagte Acket der Nachrichtenagentur Reuters. Dann hätte die SNB alle Hände voll zu tun, die 1.20-Franken-Marke zu verteidigen.

(laf/tno/awp)