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Was Schweizer Exporteure 2017 am meisten bewegt

Rheinhafen: Das Wechselkursrisiko bleibt bestehen, verliert jedoch an Brisanz. Keystone

Trotz Brexit und unklarer Marschrichtung von US-Präsident Donald Trump setzen die Schweizer Exporteure auf ein erfolgreiches Jahr 2017. Drei Gefahren könnten neue Rekorde jedoch gefährden.

Von Mathias Ohanian
am 29.03.2017

Trotz drohendem Brexit und unklarer Marschrichtung von US-Präsident Donald Trump setzen die Schweizer Exporteure auf ein erfolgreiches Jahr 2017. Das zeigt der jährliche Exportrisiko-Monitor, den Euler Hermes am heutigen Donnerstag vorgestellt hat. «Die Export- und Risikolage der Schweizer Unternehmen ist besser als vielfach erwartet», so Stefan Ruf, CEO des Kreditversicherers in der Schweiz.

Die Auswirkungen der abrupten Währungsaufwertung vor zwei Jahren sind demnach weitgehend verdaut. Nach dem Rekordjahr 2016 bringt das aktuelle Jahr den Schweizer Exporteuren nun also voraussichtlich erneut positive Zahlen. Vor allem mit Blick auf die Absatzmärkte im Osten, namentlich China, Japan oder auch Russland steigt die Stimmung unter den 330 befragten KMU.

Schweizer Konkurse stabilisieren sich

Doch Fakt ist auch, dass viele Unternehmen, die von der plötzlichen Frankenstärke betroffen waren, noch immer mit Herausforderungen konfrontiert sind. Die Exporteure nannten denn auch Währungsschwankungen als grösstes Geschäftsrisiko – 92 Prozent der Befragten gaben das in der Umfrage an. Die konjunkturellen und das Delkredererisiko folgen mit 77 respektive 53 Prozent. Unterm Strich bleibt dennoch festzuhalten: Die Unternehmen sorgen sich um die genannten Gefahren heute teils deutlich weniger als vor einem Jahr. Dies sei auffallend, urteilen die Studienautoren.

Das spiegelt sich in der Zahl der Insolvenzen: Nach einem Plus um 3 Prozent 2016 dürfte die Zahl der Konkurse in der Schweiz gemäss den Daten von Euler Hermes in diesem Jahr mit einem Anstieg um 1 Prozent weitgehend stagnieren. Der Franken habe ein neues Gleichgewicht zum Euro gefunden, sind die Experten überzeugt. Die Wirtschaftsleistung insgesamt wird demnach um 1,6 Prozent zulegen.

«Franken auf einem neuen Gleichgewicht eingependelt»

Nach Einschätzung von Euler-Hermes-Chefökonom Ludovic Subran dürften die Schweizer Ausfuhren in diesem Jahr erneut um 4 Prozent wachsen – das entspricht einem Zuwachs um Waren im Wert von 7 Milliarden Franken, die dieses Jahr ins Ausland verkauft werden. «Der Franken hat sich auf einem neuen Gleichgewicht zum Euro eingependelt», sagt er.

Lesen Sie zum Thema das Interview mit Ludovic Subran, Chefökonom von Euler Hermes: «Frankreich hat verlorenes Jahrzehnt hinter sich».
 

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