Zwei Monate nach der Abkehr vom Euro-Mindestkurs und dem sprunghaften Anstieg des Frankens ist der Schock unter Schweizer Finanzexperten abgeklungen: Der ZEW-Erwartungsindikator stieg in der März-Umfrage um 35,1 Zähler auf minus 37,9 Punkte, teilte die Credit Suisse mit.

Der ermittelte Gesamtwert ergibt sich aus den Antworten auf die Frage zur erwarteten Entwicklung der Konjunktur (Antwort «Verbessern» 16,2 Prozent abzüglich Antworten «Verschlechtern» 54,1 Prozent). Für die Antwort «Erwartungen unverändert» haben sich 29,7 Prozent der Umfrage-Teilnehmer entschieden.

Verbesserte Erwartungen an die Eurozone

Nach der massiven Verschlechterung im Vormonat hat sich der Ausblick also bereits wieder partiell aufgehellt, heisst es in einer Mitteilung der Credit Suisse und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die den Index monatlich berechnen. Zum Teil dürfte diese Aufhellung mit der aktuellen Wechselkursentwicklung zusammenhängen, die sich entgegen den schlimmsten Befürchtungen zurzeit bei einem EUR/CHF-Kurs von 1,07 einzupendeln scheine. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation verbesserte sich derweil nur marginal auf -2,7 Punkte.

Ein weiterer Grund für die Aufhellung des hiesigen Ausblicks dürften laut Mitteilung die Erwartungen für die Eurozone gewesen sein, die sich im März um 21,1 Punkte auf 62,8 Punkte verbessert haben. Die Wertpapierkäufe durch die EZB und der weiterhin tiefe Ölpreis dürften die Konjunkturerwartungen für die Eurozone stützen, heisst es dazu. So positiv war der Konjunkturausblick für die Eurozone zuletzt Ende 2013.

Wechselkurs sorgt weiter für Unsicherheit

Hoch blieb im März die Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung des EUR/CHF-Wechselkurses. Mit 38 Prozent erwartet der grösste Teil der befragten Analysten keine Kursveränderung in den kommenden sechs Monaten. 35 Prozent und 27 Prozent der Befragten gehen derweil von einer Abwertung bzw. Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro aus. Gegenüber dem Dollar erwarten die meisten Befragten (46 Prozent) eine Abwertung des Frankens.

Die Umfrage wurde vom 2. bis 16. März durchgeführt, wobei sich 37 Analysten daran beteiligten.

(awp/reuters/tno/ama)

Anzeige