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Konjunktur

Zweitwohnungsverbot: Jobangst in der Baubranche

Das genaue Ausmass ist unklar, doch die Einschränkung bei Zweitwohnungen wird Jobs auf dem Bau kosten. (Bild: Keystone)

Nach dem Ja zur Zweitwohnungsinitiative gehen verschiedene Vertreter der Schweizer Baubranche von einem personellen Kahlschlag aus: Tausende Arbeitsplätze seien betroffen. Zufrieden ist die Hotellerie

Veröffentlicht am 18.03.2012

Drastische Prognose des Schweizer Baumeisterverbandes: Nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative durch das Schweizer Stimmvolk am vergangenen Wochenende stünden mehrere tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel. «Mindestens 10'000 Arbeitsplätze sind gefährdet», sagt Präsident Werner Messmer gegenüber der Zeitung «Der Sonntag».

Gemäss Berechnungen der Baumeister seien allein in den Tourismuskantonen Wallis, Graubünden und Tessen je 2000 Stellen bedroht - weitere 1500 in der Zentralschweiz. Hinzu kämen laut Charles Buser, Direktor des Dachverbandes Bauen Schweiz, tausende Stellen bei Planern, Immobilienhändlern und in der Zulieferindustrie.

Einheitliche Tendenz

Punkto Tendenz sind sich die Betroffenen einig - allerdings nicht so, was die konkreten Schätzungen angeht. So geht Andreas Felix, Geschäftsführer der Bündner Baumeister gegenüber der «NZZ am Sonntag» davon aus, dass allein im Wallis 4000 Jobs gefährdet seien.

Zurückhaltender prognostiziert UBS-Immobilienspezialist Matthias Holzhey die Auswirkungen des Abstimmungsergebnisses: «Bei einem totalen Baustopp für Zweitwohnungen sollten rund 6000 bis 7000 Vollzeitstellen wegfallen», erklärt er gegebenüber dem «Sonntag». Von der Credit Suisse sind keine absoluten Werte zu erfahren: CS-Immobilienexperte Thomas Rieder geht in dem Artikel davon aus, dass im Hochbau in den touristischen Gemeinden 5 Prozent der Stellen wegfallen, im Ausbaugewerbe gar über 8 Prozent.

Neidvoller Blick nach Österreich

Zufrieden über das Ja des Stimmvolks zeigt man sich dagegen wenig überraschend in der Hotelbranche: «Die Initative ist ein Segen für die touristischen Regionen», sagt der Zermatter Hotelier Thomas Abgottspon gegenüber der «SonntagsZeitung» mit Blick nach Österreich.

Dort wurden in den touristischen Regionen Voralrberg und Tirol bereits in den Neunzigerjahren drastische Beschränkungen für den Zweitwohnungsbau eingeführt. Dies habe laut Studie von BAK Basel die Finanzkraft der einzelnen Regionen deutlich verstärkt, schreibt die «SonntagsZeitung».

(vst)

«Zweitwohnungsverbot kostet 10'000 Arbeitsplätze» (Der Sonntag)

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