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Schweizer Arbeitsmarkt hält sich im Oktober stabil

RAV: 144'531 Personen waren dort eingeschrieben. Keystone

Im Oktober waren leicht mehr Personen in der Schweiz beim RAV angemeldet. Einen Rückgang gibt es bei der Jugendarbeitslosigkeit zu vermelden. Eine allgemeine Trendwende erwarten Experten aber nicht.

Veröffentlicht am 08.11.2016

Der Schweizer Arbeitsmarkt hat mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent im Oktober wohl seine düstersten Tage hinter sich. Doch von einer Trendwende wollen die Experten nicht sprechen. Die Arbeitslosigkeit wird sich – abgesehen von saisonalen Effekten – nämlich in den nächsten Monaten kaum zurückbilden.

Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, spricht von einer Stabilisierung auf hohem Niveau. Dies seien relativ gute Nachrichten, sagte er an einer Telefonkonferenz am Dienstag. Bereits im August und im September lag die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent. Zu Jahresbeginn, im Januar und Februar, lag sie mit 3,6 Prozent noch deutlich höher.

Im Seitwärtsgang

Doch weiter sinkende Quoten sind kaum zu erwarten. Für das Gesamtjahr und 2017 erwarten die Ökonomen des Bundes Arbeitslosenquoten von 3,3 Prozent. Statistiker sprechen von sogenannten Seitwärtsbewegungen. Das heisst, starke Veränderungen nach oben und unten sind nicht auszumachen. «Wir gehen nicht davon aus, dass ein starker Rückgang eintritt», sagte Zürcher. Doch das Plateau sei immerhin erreicht.

Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren im Oktober 144'531 Personen eingeschrieben. Das sind 1856 mehr als im Vormonat. Sie haben ihre Stellen meist aus saisonalen Gründen verloren, beispielsweise im Gastgewerbe, wo momentan Zwischensaison ist und weniger Fachkräfte gebraucht werden. Saisonbereinigt liegt die Quote im Oktober unverändert bei 3,3 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 3262 Personen oder 2,3 Prozent, wie die Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigt.

Weniger Junge

Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) verringerte sich um 932 Personen oder 4,7 Prozent auf 19'095 Jugendliche. Beim Rückgang handelt es sich um ein «typisches saisonales Muster», wie Zürcher sagt.

Viele Jugendliche finden nach Abschluss ihrer Ausbildung im Sommer nicht sofort eine Stelle und melden sich darum bei den RAV als arbeitslos. Das lässt die Jugendarbeitslosigkeit in die Höhe schiessen, in den Folgemonaten sinkt sie aber schliesslich wieder. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht die Entwicklung einem Rückgang um 715 Personen oder 3,6 Prozent.

Auf Stellensuche waren im Oktober 207'512 Personen, 3944 mehr als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode stieg diese Zahl um 6592 Personen oder 3,3 Prozent. Die Zahl der bei den RAV offenen gemeldeten Stellen verringerte sich um 121 auf 10'910 Stellen.

(sda/jfr/mbü)

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