Nach Jahren der Krise kommt Europas PKW-Markt langsam auf die Beine: Im Januar stiegen die Neuzulassungen in der EU um 5,5 Prozent auf 935'640 Fahrzeuge und legten damit den fünften Monat in Folge zu. In den fünf grössten Märkten legten die Verkäufe zu, wie der Branchenverband ACEA am Dienstag meldete: Deutschland, Grossbritannien und Spanien erreichten jeweils mehr als sieben Prozent Plus, Frankreich schaffte immerhin 0,5 Prozent. Selbst in Italien – wo der Markt lange kein Lebenszeichen zeigte – kehrten die Kunden in die Autohäuser zurück.

Zwar sei die Krise noch nicht vorüber, sagte Peter Fuss, Automobilexperte und Partner bei der Unternehmensberatung Ernst & Young. Doch die Hoffnungszeichen sind unübersehbar: «Die gute Nachricht ist: Der Abwärtstrend in Europa ist gestoppt.»

Neuzulassungen in der Schweiz sinken um fast 4 Prozent

Für die Schweiz kann davon im Gegensatz dazu bislang noch keine Rede sein: Einmal mehr mussten die Verkäufer im Januar ein Minus hinnehmen. Um 3,8 Prozent sanken die Neuzulassungen im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat. Lediglich 20'214 Fahrzeuge wurden neu angemeldet. Fehlstart also ins neue Jahr. Dabei hatte der Automobilverband Auto Suisse 2014 im vergangenen Herbst noch als Jahr der Wende auserkoren: «Ich gehe davon aus, dass der Rückgang 2013 eine Ausnahme bleibt», hatte Direktor Andreas Burgener im September gesagt.

Daran hält er trotz des schwachen Jahresstarts  weiter fest. «Das wirtschaftliche Umfeld ist insgesamt sehr robust», erklärt Burgener. Er prognostiziert für 2014 insgesamt rund 300'000 Neuzulassungen. Das wäre nur ein leichtes Minus von knapp drei Prozent gegenüber 2013 – der Abwärtstrend wäre damit so gut wie gestoppt.

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Immerhin fiel das Minus im vergangenen Jahr mit schweizweit 6,2 Prozent sogar geringer aus als zunächst befürchtet. Zwischenzeitlich schien sogar ein zweistelliger Rückgang der Neuzulassungen möglich. Doch viele Händler stemmten sich mit Preisnachlässen gegen die Misere.

(mit Material von Reuters)