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Bilanz
Schweizer Exporte entwickeln sich im Juli rückläufig

Rheinhafen Basel
Rheinhafen Basel: Warenumschlagsplatz.Quelle: Keystone

Die Schweizer Wirtschaft hat im Juli weniger Waren exportiert und importiert als im Vormonat.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Der Juli bringt ein Minus bei Exporten und Importen. Unter dem Strich resultierte ein leicht tieferer Handelsbilanzüberschuss von saisonbereinigt 1,15 Milliarden Franken, nachdem im Vormonat 1,22 Milliarden Franken ausgewiesen worden waren.

Auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat sanken die Exporte im Berichtsmonat nominal um 3,0 Prozent auf 18,21 Milliarden Franken. Bei den Importen resultierte derweil ein Minus von 2,8 Prozent auf 17,05 Milliarden Franken. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) schrieb am Dienstag von einer «Verlangsamung auf hohem Niveau».

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Der Rückgang bei den Exporten sei allerdings auf breiter Front erfolgt. So waren laut den Angaben auf saisonbereinigter Basis etwa die Ausfuhren von chemisch-pharmazeutischen Produkten, von Uhren sowie von Maschinen und Elektronik rückläufig.

Geografisch sei der Rückgang eine Folge geringerer Ausfuhren nach Europa (-9,2%). Nach Asien (+7,2%) wurden hingegen deutlich mehr Waren made in Switzerland verkauft. Auch bei den Ausfuhren nach Nordamerika ging es aufwärts, wenn auch mit +0,7 nur minimal.

Fokus: Uhrenexporte

Die Schweizer Uhrenhersteller haben im Juli erneut mehr Uhren ins Ausland verkauft als im Vorjahr. Die Exporte kletterten nach den Angaben des Schweizerischen Uhrenverbands (FH) um 6,6 Prozent auf 1,82 Milliarden Franken. Schon im ersten Halbjahr wurde ein Plus von knapp 11 Prozent verzeichnet. 

Die Entwicklung bei den verschiedenen Preissegmenten verlief im Juli unterschiedlich. Das grösste Wachstum gab es bei den billigen und bei den teuersten Uhren. Die billigeren Uhren mit einem Preis von unter 200 Franken konnten um 11 Prozent zulegen, dank dem Absatz von Stahl- und Bimetalluhren. Die teuren Uhren mit einem Preis von über 3000 Franken steigerten den Ausfuhrwert um 8,1 Prozent. Bei den Uhren mit einem Preis von 500 bis 1000 Franken betrug das Exportplus noch 3,1 Prozent. Dagegen mussten die Uhren mit einem Preis zwischen 200 und 500 Franken wiederum ein Minus von 3 Prozent hinnehmen.

Im wichtigsten Absatzmarkt Hongkong florierten die Verkäufe: Die Exporte in die ehemalige britische Kronkolonie schossen um über ein Viertel auf knapp 260 Millionen Franken nach oben. Dagegen haperte der Absatz in den USA (-0,7%) und China (-0,4%). Schub zeigte indes der viertwichtigste Markt Japan: Hier schossen die Verkäufe um knapp 17 Prozent hoch, nachdem sie schon in den zehn Monaten zuvor stark gewachsen waren.

Auch in Grossbritannien waren Schweizer Uhren wieder mehr gefragt (+7,6%). Dagegen lief das Geschäft in den anderen grossen Ländern Europas schlechter. In Frankreich schrumpften die Verkäufe um 1 Prozent, während sie in Italien (-9,1%) und Deutschland (-8,6%) richtiggehend abtauchten.

(awp/ise)