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Rückzug
Schweizer Exporte nach Venezuela auf 30-Jahre-Tief

Schweizer Exporte nach Venezuela auf 30-Jahre-Tief
Demonstrant: Mehr als 100 Personen starben bei Anti-Maduro-Protesten seit April. Keystone

Venezuela versinkt im politischen Chaos. Die Wirtschaft des Landes leidet unter der Unsicherheit. Schweizer Firmen bauen ihr Engagement massiv ab.

Von Marc Iseli
2017-08-16

Schweizer Firmen machen kaum mehr Geschäfte mit Venezuela. Die Exporte nach Venezuela sanken im zweiten Quartal auf den tiefsten Stand seit über dreissig Jahren, wie eine Auswertung der «Handelszeitung» zeigt. Von April bis Juni exportierten Schweizer Firmen im Wert von 11 Millionen Franken nach Venezuela. Das entspricht in etwa dem Niveau der Ausfuhren in die Karibikinsel Curaçao oder in den Kosovo.

Venezuela leider unter einer politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise. Präsident Nicolas Maduro hat das Land zur Diktatur umgebaut. Das Parlament, in dem die Opposition in der Mehrheit ist, ist entmachtet. Eine verfassungsgebende Versammlung ist nunmehr die oberste staatliche Gewalt. Proteste gegen sein Regime lässt Maduro gewaltsam niederschlagen. Mehr als 100 Personen sind seit April gestorben.

Jobabbau bei Pharma-Firmen

Schweizer Firmen vor Ort leiden unter der Krise. Zu Spitzenzeiten beschäftigte das Basler Pharmaunternehmen Novartis 600 Personen in Venezuela, über 300 Personen standen im Sold von Roche. Aktuell beschäftigen sowohl Novartis wie auch Roche rund 80 Personen, wie die Konzerne gegenüber der «Handelszeitung» sagen.

Grösster Schweizer Arbeitgeber in Venezuela ist Nestlé. Über 3000 Venezolaner beschäftigt der Nahrungsmittelmulti. Der Konzern betreibt fünf Fabriken im Land. Ständig droht die Verstaatlichung. «Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat oberste Priorität», sagt ein Sprecher.

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