Der Wiederaufbau der Industrie in den USA bietet exportorientierten Schweizer Industriefirmen neue Wachstumschancen. Bis zum Jahr 2017 könnten deren Exporte laut einer Studie der Beratungsfirma Bain & Company um 27 Prozent oder drei Milliarden Euro zulegen.

«Amerika wird in einem schwierigen Umfeld zu einer der Lokomotiven für die Schweizer Wirtschaft», stellt der Co-Autor der Studie, Michael Füllemann, in einer Mitteilung vom Donnerstag fest.

Höhere Importnachfrage

Die höhere Importnachfrage werde die Schweizer Wirtschaft in mehreren Wellen erreichen: In erster Linie werde die Maschinen-, Metall- und Elektroindustrie und hier vor allem die Bereiche Automatisierung, Robotik, Fördertechnik, Textilmaschinen, Baumaschinen und Pumpen profitieren.

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In einer zweiten Welle könnten Exporteure auch auf Aufträge für Werkzeug- und Kunststoffmaschinen sowie Chemieanlagen hoffen. Um vom zu erwartenden Potential zu profitieren, müssten die Unternehmen aber erhebliche Vorleistungen in der Kapitalallokation sowie in der Organisation, dem Vertrieb und der Verwaltung erbringen.

Paradigmenwechsel im globalen Standortwettbewerb

Als Schlüsselfaktoren für den Wiederaufstieg der US-Industrie sieht Füllemann geringe Energiekosten, günstige Löhne, eine wachsende Bevölkerung, eine moderne Infrastruktur und ein umfassendes IT-Fachwissen.

Den Aufbau einer konkurrenzfähigen Industrie in den USA sehen die Studien-Autoren als «Paradigmenwechsel im globalen Standortwettbewerb». Die einseitige Verlagerung von Produktionskapazitäten in Schwellen- und Niedriglohnländer weiche einem globalen Wettbewerb.

Laut der Studie dürften die Direktinvestitionen in den USA bis 2017 insgesamt um 50 Prozent steigen. Die Schweizer Direktinvestitionen würden derweil zwar um 5 Prozent schrumpfen, Frankreich und Italien müssten jedoch mit grösseren Rückgängen rechnen.

 (sda/ise/ama)