Die Unternehmen in der Schweiz planen eine Ausweitung ihrer Investitionen im laufenden Jahr. Der Zuwachs dürfte allerdings geringer ausfallen als im Jahr 2014. Dies erwartet zumindest die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (Kof). Sie stützt sich dabei auf eine Umfrage unter mehr als 3'200 Unternehmen. Konkret hat die Investitionsumfrage einen Wert von rund +1 Prozent nach rund +2 Prozent für 2014 ermittelt, wie das Kof mitteilt.

Bauinvestitionen stagnieren

Wird zwischen den Ausrüstungsinvestitionen (ohne Ausgaben für F&E) und Bauinvestitionen unterschieden, so lasse sich erkennen, dass gemäss den Investitionsplänen der Unternehmen die Ausrüstungsinvestitionen im Jahr 2015 um rund 2,5 Prozent zunehmen dürften, die Bauinvestitionen dagegen stagnieren. Gemäss den Antworten werden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um rund 1 Prozent zunehmen.

Zum Vergleich: Im Herbst waren die Unternehmen von stagnierenden Bauinvestitionen ausgegangen. Bei den Ausrüstungsinvestitionen sowie den Ausgaben für Forschung und Entwicklung kam es hingegen zu einer Abwärtsrevision. Damals waren die Unternehmen nämlich noch von jeweils +3,5 Prozent höheren Investitionen ausgegangen.

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Auswirkung des freien Frankenkurses

Neben anderen konjunkturellen Faktoren dürfte die Aufhebung des Mindestwechselkurses von Mitte Januar 2015 für einen Teil der Abwärtsrevision verantwortlich sein, schreibt die Kof. Die sprunghafte Aufwertung des Frankens dürfte die Abwärtsrevision dabei über zwei unterschiedliche Kanäle beeinflusst haben, wie es heisst. Zum einen habe die Aufwertung des Frankens in einer Preisreduktion ausländischer Investitionsgüter resultiert. Ein solcher Preisrückgang führe dazu, dass einer geplanten, vom Ausland importierten Investition im Frühjahr 2015 ein geringerer Buchwert zugewiesen werden muss als im Herbst 2014. Selbst bei real konstanten Investitionen führe dies zu niedrigeren nominalen Investitionen.

Zum anderen würden Indikatoren wie der Geschäftslage- und Beschäftigungsindikator darauf hindeuten, dass die Schweizer Unternehmen seit Jahresbeginn pessimistischer in die Zukunft blicken. Es sei deshalb denkbar, dass ein Teil der Unternehmen aufgrund der eingetrübten Erwartungen ihre Investitionen verringert habe.

(awp/chb)