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Schweizer fürchten um das eigene Portemonnaie

Cash: Die Teuerung frisst die Lohnerhöhung auf. Keystone

Die hiesigen Konsumenten sind pessimistischer bezüglich ihrer finanziellen Lage. Obschon eine gute Entwicklung der Wirtschaft erwartet wird, rechnen viele mit Lohneinbussen.

Veröffentlicht am 02.11.2017

Schweizer Konsumenten sind skeptisch, wie stark sie selbst am Wirtschaftsaufschwung teilhaben. Während sie von einer guten Wirtschaftsentwicklung und einer Erholung am Arbeitsmarkt ausgehen, sind die pessimistisch bezüglich ihrer eigenen finanziellen Lage. Das zeigt der Konsumentenstimmungsindex, der im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erhoben wird. Dieser sank im Oktober gegenüber der letzten Erhebung vom Juli um 1 Punkt auf -2 Punkte. Das liegt aber weiterhin deutlich über dem langjährigen Mittel von -9 Punkten, wie das Seco am Donnerstag mitteilte.

Die Konsumentenstimmung war im Verlauf des Jahres sehr stabil. Einen höheren Stand hatte der Index zuletzt im Juli 2014 erreicht. Die Konsumenten zeigen sich  laut der Umfrage, aus deren Resultate der Index berechnet wird, optimistisch bezüglich der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Die Aussichten am Arbeitsmarkt werden erneut besser beurteilt.

Teuerung dämpft Reallohnentwicklung

Weniger rosig sind dagegen die Erwartungen für die zukünftige finanzielle Lage des eigenen Haushaltes. Der Teilindex sank gegenüber Juli von -4 auf -6 Punkte, während der langfristige Mittelwert mit +2 Punkten deutlich höher liegt. So halten weniger Konsumenten als noch im Juli den aktuellen Zeitpunkt für günstig, um grössere Anschaffungen zu tätigen.

Das Seco sieht einen möglichen Zusammenhang zur gestiegenen Inflationserwartung. Die Konsumenten rechnen - wie auch Experten – damit, dass die Preise nun steigen werden. Dies dämpft die erwartete Reallohnentwicklung. Sprich: Trotz Lohnerhöhungen könnten Arbeitnehmer am Ende weniger Geld zur Verfügung haben.

Problem: Geld im Haushalt

Die Experten des Bundes zeigen sich jedoch optimistisch: Falls sich die erwartete positive Entwicklung am Arbeitsmarkt realisiere, dürften nach und nach mehr Haushalte von der Konjunkturerholung profitieren, heisst es in der Medienmitteilung.

Jeweils in den Monaten Januar, April, Juli und Oktober werden im Auftrag des Seco rund 1100 Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten zu vier Fragen nach ihren subjektiven Einschätzungen gefragt. Diese ergeben zusammengenommen den Konsumentenstimmungsindex.

(sda/ise/mbü)

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