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Vervielfacht
Schweizer Goldexporte nach Indien dick im Plus

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Indische Hochzeit: Feste kurbeln die Goldnachfrage in Indien an.  Priyambada Nath/CC/Flickr

In Indien ist Hochzeitssaison und aus diesem Anlass schenkt man dort traditionell Gold. Auch dieser Umstand befeuert die Goldimporte – allein die Schweiz liefert ein Mehrfaches zum Vorjahr.

Inder haben wieder deutlich mehr Lust auf Gold: Die Importe des Rohstoffs haben sich im April vervierfacht, wie Bloomberg mit Verweis auf eine Quelle beim indischen Finanzministerium meldet. Im vergangenen Monat seien 98,3 Tonnen Gold eingeführt worden. Im April 2016 waren es nur 22,2 Tonnen.

Daten der Eidgenössischen Zollverwaltung EZV zeigen, dass der Schweizer Goldexport in Richtung Indien bereits im März kräftig angezogen hatte. 56 Tonnen stehen nur 15 Tonnen im Vorjahresmonat gegenüber. Damit ging im März über ein Drittel des Schweizer Golds nach Indien. Noch höher war der Goldexport mit etwa 63 Tonnen zuletzt nur im November 2016. Die Aprildaten sind noch nicht veröffentlicht.

Im Hochzeitshoch

Dass der Goldimport gerade jetzt anzieht, ist kein Zufall. Gold gilt in Indien zum einen als sicheres Investment, zum anderen ist es aber auch ein beliebter Glücksbringer – etwa für Hochzeiten. Noch bis Mitte Juni haben diese Hochsaison. Kein Wunder also sorgen Juweliere vor und füllen ihre Lager.

2016 allerdings ist dieses saisonale Hoch ausgefallen. Die Nachfrage nach Gold war im letzten Frühling eingebrochen, nachdem Juweliere in den Streik traten. Sie protestierten damit gegen eine neu eingeführte Verkaufssteuer. Zudem hatte der Juwelier-Verband beschlossen, keine Goldbarren mehr zu verkaufen. Denn diese stehen im Verdacht, dubiosen Zwecken zu dienen.

Neues Digital-Gold

Nun aber zeigt sich der Markt erholt. Die Verkäufe während des glücksverheissenden Fests Akshaya Tritiya Ende April legten im Jahresvergleich um etwa 5 Prozent zu, stellte ein Juwelierverkäufer gegenüber der Nachrichtenagentur fest. Die Nachfrage hätte sich damit auch vom Schock der Demonetarisierung im letzten Herbst erholt, die sich auch auf Gold negativ ausgewirkt hätte.

Eine Folge hält sich aber nachhaltig: Gold würde inzwischen nur noch in jedem zweiten Fall mit Bargeld bezahlt. Davor zahlten noch vier von fünf Käufer mit Barem. Davon könnte auch der digitale Zahlungsdienstleister Paytm profitieren. Dieser bietet seit dem Vorabend des Akshaya-Tritiya-Fests digitales Gold an. Wie  handelszeitung.ch berichtete, ist das neue Angebot von Paytm dank einer Partnerschaft mit MMTC-PAMP möglich – einem indisch-schweizerischen Joint Venture.

(jfr/me)

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