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Eigenheim
Schweizer Hypothekarzinsen steuern Rekordtief an

Traum vom Eigenheim: Die Hypothekarzinsen sind im Frühjahr gefallen.   Keystone

Die oft erwartete Zinswende auf dem Schweizer Häusermarkt wird erneut vertagt – trotz verschärfter Regeln für Hypotheken. Vor allem gute Verhandler können sparen. Doch wer sind die besten Anbieter?

Von Mathias Ohanian
am 08.07.2014

Noch vor kurzem schien klar: Für alle Schweizerinnen und Schweizer, die ein Eigenheim bauen wollen, gelten künftig verschärfte Regeln. Hypothekarschuldner müssen ihren Kredit in Zukunft schneller zurückzahlen. Jetzt aber deutet sich an – trotz der neuen Regeln: Die Hypothekarzinsen in der Schweiz steuern auf das rekordtiefe Niveau von 2012 zu. Darauf deutet eine quartalsweise Studie der Vergleichsportals Comparis.ch.

Demnach sanken die Festhypotheken im zweiten Quartal 2014 markant: Von April bis Juni gingen vor allem die Richtzinsen für die zehnjährigen Verträge zurück – von 2,4 auf 2,2 Prozent. Die Zinsen für fünfjährige Laufzeiten sanken demnach von 1,6 auf 1,4 Prozent – gut verhandelte Geschäfte konnten laut Comparis zu 1,2 Prozent abgeschlossen werden.

«Wer vergleicht und gut verhandelt, kann bis zu zehnjährige Festhypotheken zu einem Zins von unter 2 Prozent abschliessen», heisst es in der Analyse. Damit liegen die Zinsen wieder auf dem gleichen Niveau wie vor gut einem Jahr und nahe am Rekordtief von Ende 2012.

Grosse Unterschiede zwischen Banken und Versicherungen

Auffallend bei den zehnjährigen Laufzeiten sind laut Comparis die markante Unterschiede zwischen Banken und Versicherungen. Der Vergleich der drei günstigsten relevanten Anbieter zeigt: Bei den Versicherungen zahlten Kunden im Frühjahr durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte weniger Zinsen als bei den Banken. Je nach Bonität des Kunden klaffen die Unterschiede noch stärker auseinander. Entsprechend lohnenswert sind Vergleiche derzeit.

Doch viele Eigenheimbesitzer sind derzeit verunsichert. Schliesslich müssen neue Hypotheken künftig bereits nach 15 statt wie bisher nach 20 Jahren zu zwei Dritteln amortisiert sein. Nach Auffassung der Comparis-Experten sind die rekordtiefen Zinsen jedoch nach wie vor attraktiv für Immobilienkäufer. «Nur jeder zwanzigste potenzielle Immobilienkäufer wird angesichts der neuen Bedingungen wohl eine günstigere Immobilie suchen müssen.» Der Grund: Die Auswirkungen der verschärften Amortisation seien nur gering.

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