Der Schweizer Einkaufsmanager-Index (PMI, saisonbereinigt) ist im November gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen, und zwar um 2,3 auf 56,5 Punkte. Er bewegt sich damit zum achten Mal in Folge in der Wachstumszone und fiel zuletzt einzig im Juli mit 57,1 Punkten noch etwas höher aus. Der Wert lag auch klar über den Schätzungen. Von AWP befragte Ökonomen hatten für den Berichtsmonat einen saisonbereinigten PMI im Bereich von 54,7 bis 55,1 Punkten prognostiziert.

Der Blick auf die Subkomponenten der PMI-Umfrage deute darauf hin, dass sich die Nachfrage zwar rasch erhole, Rückschläge aber jederzeit möglich seien, heisst es in einer Mitteilung der Credit Suisse. Die Auftragsbücher seien zwar gut gefüllt - die entsprechende Subkomponente stieg um 5 auf 61,2 Zähler – und die Produktion (58,0) sei weiterhin so dynamisch, dass die Unternehmen mittlerweile ihren Personalbestand beschleunigt ausbauen würden (56,3 Zähler).

Lagerabbau dauert an

Dennoch dauere der Lagerabbau abermals an: Der Bestand in den Einkaufslagern ist den Angaben zufolge mit Ausnahme einer Stagnation im Juli 2013 seit 27 Monaten rückläufig, derjenige der Verkaufslager seit 17 Monaten. Ein solcher Abbau der Lager trotz zunehmender Nachfrage und Aufstockung des Personalbestands sei ein Indiz dafür, dass die Umschlagszeiten der Güter kürzer geworden seien.

Damit stütze die PMI-Umfrage die These, wonach sich der Trend hin zu mehr «just-in-time»-Produktion und zu viel kurzfristigeren Bestellungen zuletzt deutlich beschleunigt habe. Dadurch werde die Planbarkeit von Investitionen für Industrieunternehmen schwieriger, was wohl ein schwächeres Investitionsverhalten zur Folge habe. Dementsprechend dürfte die derzeitige Erholung schwächer ausfallen, als aufgrund der Nachfrage zu erwarten wäre, meinen die Ökonomen der CS.

Der Index wird von der Grossbank Credit Suisse in Zusammenarbeit mit dem Fachverband für Einkauf und Supply Management procure.ch herausgegeben.

(awp/vst/tke)

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