Die Schweizer Industrie wächst und gedeiht. Das weist der Einkaufsmanagerindex (PMI) aus. Auch im September lag er auf einem Stand, wie bisher nur in Boom-Zeiten. Seit vier Monaten weist der Index nach oben. Und seit mehr als einem Jahr liegt er über dem langfristigen Mittel.

Der PMI kletterte in September um 0,5 Punkte auf einen Stand von 61,7 Zählern, wie die Credit Suisse am Montag mitteilte. Die Grossbank erhebt den wirtschaftlichen Frühindikator monatlich zusammen mit dem Einkäuferverband procure.ch. Gegenüber September 2016 stieg der PMI um 7,3 Punkte.

Produktion gesunken

Die Industriekonjunktur zeigte sich robust. Allerdings sank die Produktion im September markant, blieb aber über der Wachstumsschwelle. Gemäss den PMI-Verfassern schwankt die Produktion von Monat zu Monat; das Minus sollte also nicht überbewertet werden.

Die meisten anderen Indikatoren der Industrie deuten stärker nach oben. Die Auftragsbücher sind weiterhin voll. Der Auftragsbestand kletterte von einem bereits hohen Niveau im August um über 4 Zähler auf 66 Punkte.

Hoffnung auf weiteres Wachstum

So positiv äusserten sich die Einkäufer der Firmen letztmals 2010. Das lässt auf weiteres Wachstum in der Industrie hoffen. Dazu gingen die Lagerbestände an Fertigprodukten trotz grösseren Einkäufen und doch reger Produktion zurück.

Die geringere Produktionssteigerung könnte auf aufkommende Kapazitätsengpässe hindeuten, hiess es weiter. Das untermauern auch die stark steigenden Lieferfristen. Sie lagen nur geringfügig unter ihrem historischen Höchststand zu Beginn des Jahrzehnts.

Einkaufspreise stiegen

Auch die Einkaufspreise stiegen markant, wofür vor allem der abgewertete Franken und die deshalb gestiegenen Importpreise verantwortlich sind.

Auf die Beschäftigung schlug die gute Industriekonjunktur marginal durch. Der Index liegt zwar mit 55,3 Punkten über der Wachstumsschwelle und 2,4 Zähler über dem Auguststand. Verglichen mit anderen Komponenten des PMI ist die Dynamik hier aber geringer.

Dienstleistungssektor auch stabil

Auch die Dienstleistungen segelten im September im Aufwind. Der PMI in diesem Sektor schloss allerdings unter dem Rekordwert vom August. Er erreichte 63,3 Punkte. Da er allerdings stark schwankt, soll das nicht überinterpretiert werden.

Die Konjunktur ist jedenfalls robust; der Index liegt weit in der Wachstumszone und deutlich über Vorjahr. Die Experten bezeichnen die leichte Delle darum als Normalisierung nach den teilweise starken Anstiegen in den Vormonaten. Eine Trendwende sei daraus nicht abzuleiten.

(sda/cfr/me)

Anzeige