Laut dem Interessenverband der schweizerischen Tonträgerproduzenten (IFPI) boomt das Schweizer Musikschaffen wie schon seit langem nicht mehr: Mit Bligg, Gotthard, Krokus und Gölä & Bellamy Brothers konnten vier Schweizer gruppen ihre Alben in den Top Ten der Schweizer Jahres-Charts platzieren. Und darüber hinaus waren fast ein Viertel der Top 100 Schweizerischen Ursprungs.

Der Umsatz mit physischen Tonträgern sank 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent von 144 auf 121 Millionen Franken. Digitale Downloads legten derweil um elf Prozent von 23,7 auf 26,3 Millionen Franken zu. Doch verglichen mit dem Vorjahr (plus 53 Prozent mehr Downloads) zeichnet sich bereits ein Abflauen des Online-Booms ab. International steht die Schweiz dennoch etwas besser da als der Durchschnitt: Weltweit stiegen die Online-Verkäufe letztes Jahr nur noch um sechs Prozent, wie der IFPI-Weltverband im Januar mitteilte.

15 legale Schweizer Download- und Streaming-Services


Gemessen an der insgesamt heruntergeladenen Musik seien 95 Prozent aller Downloads immer noch illegal, sagte damals Verbandschef Frances Moore vor den Medien. Der Kampf gegen Piraterie ist auch für die IFPI Schweiz ein Hauptanliegen, und sie fordert bessere gesetzliche Rahmenbedingungen. Als "erfreuliche Entwicklung" bezeichnet die Organisation in diesem Zusammenhang, dass mit mittlerweile 15 legalen Download- und drei Streaming-Services "der Zugang zum musikalischen Weltrepertoire erneut für Schweizer Konsumenten ausgebaut" wurde.

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Seit 2000 sind die Umsätze mit Tonträgern kontinuierlich gesunken, von damals 312 auf heute 147,3 Millionen Franken, und das inklusive Downloads.

(rcv/tno/sda)