Nach dem Allzeittief im Vorquartal hat sich die Stimmung unter den exportorientierten Schweizer KMU etwas gebessert. So rechnen sieben von acht Branchen mit steigenden Ausfuhren. Pessimistisch zeigt sich nur noch die Konsumgüterindustrie.

Sie rechnet mit einem um 1,5 Prozent rückläufigen Export. Unternehmen aus dem Maschinenbau (+7 Prozent), Chemie und Pharma (+5,7 Prozent) dem Dienstleistungsbereich (+4,3 Prozent) dagegen steigen zuversichtlich ins kommende Quartal, wie der von Credit Suisse und Switzerland Global Enterprise (S-GE) am Dienstag publizierte KMU-Exportindikator zeigt.

Robuste Nachfrage erwartet

Das Exportbarometer der Grossbank, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, steht bei 0,89 Punkten. Damit liegt es leicht unter den Werten der Vorquartale und auch etwas unter dem langjährigen Durchschnitt von 1, aber nach wie vor über der Wachstumsschwelle von 0 Punkten. Im 4. Quartal darf daher mit einer insgesamt robusten Nachfrage nach Schweizer Gütern gerechnet werden, wie die CS schreibt.

Dies widerspiegelt sich auch in der Umfrage von SG-E bei 200 KMU. 32,3 Prozent der befragten Unternehmen erwarten für das kommende Quartal einen Exportzuwachs. Im Vorquartal waren es lediglich 25,7 Prozent. Von 31,1 auf 17,1 Prozent dagegen ist die Zahl der Unternehmen gesunken, die rückläufige Ausfuhren befürchten.

Zuversicht wegen Innovationen

Der Indikator «KMU-Exportperspektiven» hat sich entsprechend verbessert. Er erreichte einen Wert von 53,0 Punkten. Damit übertreffen die Exporterwartungen der KMU wieder knapp die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im Vorquartal lag dieser Indikator mit 43,3 Punkten auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Befragungen im Jahr 2010.

Befragt nach den Gründen für die gestiegene Zuversicht, verwiesen über die Hälfte (52 Prozent) auf die Produktinnovation. 48 Prozent setzen auf verstärktes Marketing. An Bedeutung verloren hat dagegen der Faktor Preissenkungen, den nur noch 20 Prozent der Befragten nennen (26 Prozent im Vorquartal).

Frankenstärke belastet weniger

Der Preisdruck scheint demnach etwas an Schärfe verloren zu haben. Leicht optimistischer beurteilen die Unternehmen auch die Situation bei der Frankenstärke. Nach wie vor geben fast zwei Drittel der Unternehmen (65 Prozent) an, dass der starke Franken einen negativen Einfluss auf ihr Exporte habe. Im Vorquartal waren es jedoch noch fast drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent).

Fast alle befragten KMU geben denn auch an, Massnahmen umzusetzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Gegenüber den früheren Umfragen deutlich wichtiger geworden ist dabei, neue Exportmärkte zu erschliessen. 32 Prozent der Unternehmen nannten diese Massnahme, gegenüber 24 Prozent im Vorquartal.

Handel mit Deutschland zuversichtlich

Gemäss dem CS-Exportbarometer sind die Exportaussichten vor allem nach Deutschland gut. Positive Aussichten für Ausfuhren bestehen auch für Grossbritannien und die USA. Nochmals eingetrübt hat sich demgegenüber die Perspektiven für den Handel mit den grossen Schwellenländern Brasilien, China und Russland. In diese Märkte ist mit einer rückläufigen Nachfrage nach Schweizer Gütern zu rechnen, wie es im Bericht zum Barometer heisst.

(awp/dbe/ama)

 

Anzeige