Die Schweizer und Schweizerinnen haben im vergangenen Jahr bei Restaurant-Besuchen weniger Geld ausgegeben als im Vorjahr. Insgesamt konsumierte die Schweizer Wohnbevölkerung für insgesamt rund 23,1 Milliarden Franken Essen und Trinken ausser Haus.

Das sind 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr, wie Gastrosuisse, der Verband für Hotellerie und Restauration, am Mittwoch an der Jahresmedienkonferenz in Bern mitteilte. Zwar verpflegten sich die Schweizer öfters ausser Haus als im Vorjahr, doch wurde pro Mal weniger ausgegeben. Gespart wurde gemäss Gastrosuisse vor allem bei den Getränken.

2878 Franken pro Kopf

Pro Kopf haben die Schweizerinnen und Schweizer letztes Jahr für 2878 Franken auswärts gegessen und getrunken. Die Ausgaben variieren aber je nach Wohnkanton und Geschlecht. Die Walliser und Zuger gaben 20 Prozent mehr aus als der Schweizer Durchschnittt. Auch die Genfer, Urner und Zürcher liegen 10 bis 14 Prozent über dem Schnitt. Besonders sparsam waren hingegen die St. Galler und die Solothurner, die 19 Prozent respektive 16 Prozent weniger ausgaben als der Durchschnitt.

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Die fleissigsten Restaurantbesucher sind Männer zwischen 30 und 49 Jahren. Männer haben zudem nicht nur häufiger ausser Haus gegessen als Frauen (56,6 Prozent zu 43,4 Prozent), sondern sie haben pro Mahlzeit auch 1,30 Franken mehr ausgegeben als Frauen.

«Beizensterben» setzt sich fort

Das Gastgewerbe habe dennoch hart zu kämpfen, schreibt Gastrosuisse. Konjunkturell scheine der Boden des Rückgangs erreicht zu sein. Der Nachweis eines Anstiegs sei jedoch noch nicht erbracht, wird Gastro-Suisse-Präsident Klaus Künzli in der Medienmitteilung zitiert. Gerade auf dem Lande sei das «Beizensterben» Realität und akzentuiere sich weiter.

Zur schwierigen wirtschaftlichen Situation komme die drohende Verschlechterung von Rahmenbedingungen, schreibt Gastrosuisse mit Verweis auf die anstehende Abstimmung über die Mindestlohninitiative und das Ja zur Zuwanderungsinitiative.

Gastgewerbe fordert «ausreichend grosse Kontingente»

Mit einem Ausländeranteil von 44 Prozent sei das Gastgewerbe sehr stark auf ausländische Mitarbeitende angewiesen, schreibt Gastrosuisse. Der Verband fordert deshalb bei der Umsetzung der Zuwanderungsinitiative «ausreichend grosse Kontingente, wenig Bürokratie und keine Benachteiligung gegenüber wertschöpfungsstarken Branchen».

Die Mindestlohninitiative lehnt Gastrosuisse ab. Diese würde sich für das Gastgewerbe besonders nachteilig auswirken, warnt der Verband. Ein staatlich verordneter Mindestlohn würde die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz «noch weiter schwächen», fürchtet Gastrosuisse.

(sda/me/moh)