Bei den kommenden Herbstferien stehen griechische Inseln bei der Schweizer Bevölkerung hoch im Kurs. Beliebt seien vor allem Kreta oder Rhodos, heisst es bei den drei grossen Schweizer Reiseveranstaltern Kuoni Schweiz, Tui Suisse und Hotelplan Suisse.

Annullierungen wegen der dramatischen Flüchtlingsbilder auf gewissen griechischen Inseln habe es keine gegeben, sagten die Sprecher von Kuoni Schweiz, Tui Suisse und Hotelplan Suisse am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Weniger Buchungen auf Kos

Die Hotels seien von den Flüchtlingsströmen nicht betroffen, sagte etwa Kuoni-Sprecher Peter Brun. Allerdings seien die Buchungen für Ferien auf der Insel Kos deutlich zurückgegangen zugunsten von anderen griechischen Inseln.

Tui Suisse habe zwar keine Annullierungen hinnehmen müssen, aber viele Anfragen von Kunden wegen der Flüchtlinge erhalten, sagte Sprecher Roland Schmid an einer Medienkonferenz des Schweizer Reise-Verbandes (SRV). Einige Schweizer Feriengäste auf Kos hätten sich spontan dazu entschieden, den Flüchtlingen zu helfen.

Zusätzliche Kapazitäten

Generell laufe das Buchungsgeschäft für die Oktober-Hochsaison erfreulich, sagte Schmid am Rande der Medienkonferenz der sda. Der Buchungsstand für die begehrten Oktober-Wochen liege um rund 5 Prozent über dem Vorjahresniveau.

In der Folge habe Tui Suisse die Flugkapazitäten für die Herbstferien erweitert. Das gelte in erster Linie für Reisen nach Gran Canaria, Fuerteventura, Zypern, Kreta, Kos und Rhodos. «Als absolutes Traumziel sticht Mallorca heraus», sagte Schmid.

Mehr Schiffsreisen

Bei Kuoni hiess es, neben Kreta und Rhodos würden auch Ferien auf Santorini und Mykonos gerne gebucht. Auch die Balearen-Insel Ibiza stehe neben Mallorca hoch im Kurs, sagte Sprecher Peter Brun. Bei Hotelplan würden Schiffsreisen ebenfalls häufiger gewählt als im Vorjahr, sagte Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir.

Kuoni sieht einen Zuwachs auch in Ägypten. Das Land laufe aber noch nicht so gut wie vor dem so genannten «arabischen Frühling», sagte Brun.

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Tunesien weniger gefragt

Weniger gefragt sei seit den beiden Attentaten Tunesien, sagten die drei Sprecher. Erst im März starben bei einem Anschlag auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis 21 Touristen, dann wurden im Juni 38 Menschen bei dem Hotelattentat in Port el Kantaoui getötet – die meisten davon Feriengäste aus Grossbritannien und anderen europäischen Ländern.

Zögerlich sei die Nachfrage seit kurzem auch für die Türkei, sagte Tui-Suisse-Sprecher Schmid.

(sda/ise/me)