Bund, Kantone und Gemeinden müssen jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Franken Steuerforderungen abschreiben. Einzelne Kantone und Gemeinden haben begonnen, gegen die säumigen Zahler vorzugehen, schreibt der «Beobachter».

Schlagzeilen machte im Juni die Gemeindepräsidentin Egerkingens, die sechs Einwohner wegen ihrer Steuerschulden anprangerte. Zuvor hatte das Solothurner Amt für Gemeinden gewarnt, dass die Steuerausfälle in «gravierender Weise» zugenommen hätten. Auch im Thurgau schreibt die kantonale Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission von einer «besorgniserregenden Zahlungsmoral». Der Kanton hat seine Bemühungen verstärkt, die Ausstände bei der direkten Bundessteuer einzutreiben.

Ausfälle bei der Mehrwertsteuer

Der Bund hat im letzten Jahr allein bei der Mehrwertsteuer 172,1 Millionen Franken abgeschrieben. Dort betrugen die Ausfälle in den letzten zehn Jahren insgesamt 2,14 Milliarden Franken. Bei den vom «Beobachter» ausserdem angefragten Kantonen Aargau, Bern, Basel-Stadt, Freiburg, Graubünden, Luzern, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Wallis, Zug und Zürich addierten sich die Steuerausfälle im 2012 auf rund 200 Millionen Franken.

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Laut dem Dachverband Schuldenberatung haben die kantonalen Schuldenberatungsstellen im letzten Jahr 13 Prozent mehr neue verschuldete Haushalte als im Vorjahr begleitet. Die Überschuldung pro ratsuchenden Haushalt betrage 47'000 Franken. Den grössten Brocken machten dabei Steuerschulden aus.

(vst/aho)