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Einkommen
Schweizer unterschätzen Lohnlücke bei Invalidität

Passanten: Bei Arbeitsunfähigkeit zahlen Versicherungen rund 60 Prozent des Einkommens. Keystone

Laut einer Studie der Zurich benötigt jeder zweite Schweizer bei Erwerbsunfähigkeit mindestens sein derzeitiges Einkommen zum Leben. Doch die Versicherungen können das längst nicht decken.

Veröffentlicht am 24.08.2015

Die meisten Westeuropäer unterschätzen das Risiko, erwerbsunfähig zu werden und unterschätzen auch die daraus entstehende Einkommenslücke. Für die Schweiz zeigen die Ergebnisse einer von der Zurich Insurance Group durchgeführten Umfrage, dass mehr als 50 Prozent der Befragten im Fall von Erwerbsunfähigkeit mindestens den Gegenwert ihres derzeitigen Einkommens benötigten. Mit den Leistungen der Pensionskasse und der Invalidenversicherung seien bei Invalidität infolge von Krankheit allerdings nur rund 60 Prozent des Einkommens abgedeckt, schreibt die Zurich in der Mitteilung.

Immerhin seien die Schweizer besser auf einen Einkommensausfall infolge von Invalidität vorbereitet als ihre europäischen Nachbarn, heisst es weiter. Die in der Schweiz Befragten gehen durchschnittlich davon aus, dass sie über Rücklagen in Form von Ersparnissen, Anlagen, Rentenansprüchen und Versicherungspolicen verfügen und so ihre Lebenshaltungskosten 6,4 Jahre lang abdecken können. Der europäische Durchschnitt liegt mit 4,6 Jahren klar darunter.

Schweiz steht besser da

Auch seien die Schweizer weniger stark davon betroffen, aufgrund von Invalidität aus dem Arbeitsprozess auszuscheiden. Während in der Schweiz nur 6 Prozent unfall- oder krankheitsbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden, sind es lauter der Umfrage in anderen europäischen Ländern bis zu 25 Prozent. Die Zurich hat in Deutschland, Grossbritannien, Irland, Italien, Spanien und der Schweiz insgesamt über 6'000 Menschen zum Thema Erwerbsunfähigkeit befragt.

(awp/dbe/ama)

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