Die Geschäftslage der Schweizer Unternehmen hat sich im Juli nach zwei positiven Monaten erstmals wieder verschlechtert. Das geht aus der heute veröffentlichten monatlichen Konjunkturumfrage der Zürcher Forscher vom Kof unter 6000 Unternehmen hervor. Zwar präsentiere sich die Wirtschaft robust, gewinne momentan aber «kaum zusätzlichen Schwung», sagte Kof-Ökonom Klaus Abberger zu handelszeitung.ch. «Die eidgenössische Wirtschaft ist eine höhere Schlagkraft gewohnt.» Die Geschäftslage in der Industrie sei deshalb nach wie vor unbefriedigend. 

Auch zusätzliche Mitarbeiter wollen die befragten Unternehmen seltener einstellen als bisher. Dieses Umfrageergebnis deckt sich mit den ebenfalls heute gemeldeten offiziellen Arbeitslosenzahlen des Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Demnach legte die Quote der Erwerbslosen im Juli saisonbedingt leicht von 2,9 auf 3,0 Prozent zu. Bereinigt um diese saisonalen Effekte stabilisierte sich die Rate bei 3,2 Prozent. 

«Exporte könnten besser laufen»

Ein Grund für die blutarme Erholung am Arbeitsmarkt: Laut Kof-Erhebung sank die Auslastung der Kapazitäten in der Industrie in den vergangenen drei Monaten leicht. Mit 80,5 Prozent liegt sie derzeit unter dem langfristigen Schnitt. «Vor allem die Exporte könnten besser laufen - allerdings ist die Nachfrage der europäischen Handelspartner noch immer relativ schwach», so Abberger. Die Geschäfte am Bau liefen hingegen ungebrochen gut.

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Hinsichtlich der Entwicklung im kommenden halben Jahr seien die befragten Unternehmen weiter zuversichtlich - wenn auch nicht mehr ganz so optimistisch wie in den Vormonaten. Die Zürcher Forscher geben sich hingegen optimistisch: «Wir rechnen für die zweite Hälfte 2013 mit einer Beschleunigung - wenn die Nachfrage aus dem Ausland etwas besser läuft», so Abberger.