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Wirtschaftswachstum
Schweizer Wirtschaft wächst schneller als gedacht

Wachstum
2017: Mehr Investitionen kurbelten das Wirtschaftswachstum an.Quelle: Keystone .

Das Wirtschaftswachstum der letzten beiden Jahre fiel höher aus als bislang angenommen. Das BIP stieg um 1,6 Prozent.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Die Schweizer Volkswirtschaft ist in den letzten beiden Jahren schneller gewachsen als bislang angenommen. Sowohl 2017 als auch 2016 legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 1,6 Prozent zu.

Bei seiner ersten Schätzung war das Bundesamt für Statistik (BFS) für 2016 von einem Wachstum von 1,4 Prozent ausgegangen. Für 2017 lag erst die Schätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) vor, das die Zunahme auf 1,0 Prozent bezifferte.

Auch für 2015, das Jahr des Frankenschocks, revidierte das BFS die Prognose ein weiteres Mal um 0,1 Prozentpunkte nach oben auf 1,3 Prozent. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hervor.

Mehr Forschungsinvestitionen

Für das deutliche Wachstum 2017 war insbesondere eine starke Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen verantwortlich, wie es in der Mitteilung des BFS heisst. Grund dafür ist der Standortwechsel einer Forschungseinheit einer multinationalen Unternehmensgruppe, die die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in der Schweiz ankurbelte. Um welche Gruppe es sich handle, könne das BFS aus Datenschutzgründen nicht bekanntgeben, hiess es auf Anfrage.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck legten moderat um 1,1 Prozent zu. Aufgrund des leicht rückläufigen Wachstums der ständigen Wohnbevölkerung hätten sich die optimistische Konsumentenstimmung nur teilweise in den jährlichen Ergebnissen niedergeschlagen, schrieb das BFS. 2016 war der Konsum noch um 1,5 Prozent gewachsen.

Weil insbesondere bei den Dienstleistungen mehr importiert als exportiert wurde, fiel der Betrag des Aussenhandels dagegen gering aus.

Zurück auf dem Wachstumspfad

2017 habe das verarbeitende Gewerbe nach den Rückschlägen infolge der Euro-Mindestkursaufhebung 2015 auf den Wachstumspfad zurückgefunden, schrieb das BFS. Ähnlich erging es dem Bankensektor, der nach drei schwachen Jahren wieder zulegen konnte. Auch beim Hotel- und Gastgewerbe, die zwei Jahre lang unter dem Frankenschock gelitten hatten, ging es wieder aufwärts.

Der Handel bremste hingegen das Wachstum. Das lag vor allem an den Dienstleistungen im Bereich Sport und Unterhalten. 2016 hatten noch die Austragung der Fussball-WM und die Olympischen Spiele das Wachstum angetrieben.

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) zu laufenden Preisen, stieg 2017 um 1,8 Prozent. Das BNE misst die Summe der Einkommen der Inländer, während das BIP das im Inland erzielte Einkommen umfasst. Dabei flossen den Schweizern mehr Vermögenserträge aus dem Ausland zu als umgekehrt, weshalb das BNE leicht schneller als das BIP wuchs.

(awp/mlo)

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