Die Schweiz besteuert Arbeit nach wie vor schwächer als die meisten anderen Industriestaaten. Auch die Steuererhöhungen fallen unterdurchschnittlich aus.

Zu diesem Schluss kommt die Studie «Taxing Wages 2016», welche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgestellt hat.

Belgien ist am teuersten

Demnach kennen nur gerade fünf der 34 OECD-Länder tiefere Einkommenssteuern und Abgaben als die Schweiz, nämlich Südkorea, Israel, Mexico, Neuseeland und Chile. 2015 betrug die Belastung eines alleinstehenden Durchschnittsverdieners hierzulande 22,2 Prozent. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 35 Prozent. In Deutschland sind es 49,4 Prozent. Die höchsten Steuern und Sozialabgaben müssen Arbeitnehmende in Belgien bezahlen (55,3 Prozent).

Wie die Studie weiter aufzeigt, hat seit 2009 die Steuerbelastung in der Schweiz weniger stark (+0,2 Prozentpunkte) zugenommen als im Länderschnitt (+0,9 Prozentpunkte). Seit dem Jahr 2000 hat die Belastung aber sowohl in der Schweiz als auch im Durchschnitt abgenommen (je -0,7 Prozentpunkte).

Ein weiterer Befund der Studie ist, dass Mütter und Väter in der Schweiz finanziell stärker entlastet werden als in den anderen Industriestaaten. Steuererleichterungen und Zuschüsse im Zusammenhang mit Kindern lassen die gesamte Steuerlast um 12,4 Prozentpunkte sinken. Im OECD-Schnitt sind es nur 9,2 Prozent.

(sda/chb)