Das wirtschaftlich schwer angeschlagene Simbabwe führt neues Geld ein. Der Wert der in Deutschland gedruckten «Anleihebanknoten» entspreche dem US-Dollar, erklärte Zentralbankchef John Mangudya am Donnerstag.

Die Scheine mit Nennwerten von zwei, fünf, zehn und 20 Dollar würden spätestens ab Ende Oktober ausgegeben. Bis Jahresende solle so der Gegenwert von 75 Millionen Dollar in Umlauf kommen.

Chronische Bargeldknappheit

Hintergrund der Massnahme ist die chronische Bargeldknappheit in Simbabwe. Das Land hat seit 2009 keine eigene Währung mehr, nachdem der Simbabwe-Dollar durch schwindelerregende Inflationsraten von bis zu 231 Millionen Prozent völlig wertlos geworden war. Seither behilft sich Simbabwe mit ausländischen Währungen, insbesondere mit dem US-Dollar und dem südafrikanischen Rand.

An den Devisen herrscht jedoch dauerhafter Mangel. Das führt unter anderem dazu, dass der Staat grosse Probleme mit der pünktlichen Bezahlung von Beamten und Soldaten hat.

«Bekämpfung von Geldwäscherei»

Das neue Geld solle als Schutz gegen diejenigen wirken, «die US-Dollar ausser Landes schaffen», erklärte Zentralbankchef Mangudya. Auch gehe es um «die Bekämpfung von Geldwäscherei». Gedruckt wird das Geld in Deutschland.

Die «Anleihebanknoten» sind allerdings sehr umstritten. Beobachter fürchten, dass die Äquivalenz zum Dollar nicht lange währen und das neue Papiergeld schnell wertlos wird. Bei den jüngsten Demonstrationen gegen den langjährigen Präsidenten Robert Mugabe protestierten die Teilnehmer auch gegen die Einführung des neuen Geldes.

(sda/gku)