Der Aufwärtstrend an der Schweizer Börse hat sich am Dienstag dank guter Vorgaben aus den USA und Asien fortgesetzt. Die hohe Liquidität im Markt, Spekulationen über eine weitere geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) und zunehmende Übernahme- und Fusionsaktivitäten befeuerten den Anstieg. Am Nachmittag dürften Konjunkturdaten aus den USA das Geschäft prägen.

Der SMI notierte um 0,2 Prozent höher bei 8559 Punkten. Bei 8564 Zählern erreichte der Leitindex vorübergehend den höchsten Stand seit Anfang 2008.

Credit Suisse unter den Verlierern

Die meisten Standardwerte tendierten fester. Die Aktien der Credit Suisse allerdings wurden um 2,4 Prozent oder 0,62 Franken tiefer mit 26,14 Franken gehandelt. Bei der Grossbank wird der Dividendenabschlag von 0,70 Franken fällig.

Im Steuerstreit mit den USA droht der Credit Suisse nach Angaben von Insidern eine Gesamtstrafe von mehr als zwei Milliarden Dollar. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, fordert die Regulierungsbehörde des Bundesstaates New York von den Schweizern mehrere Hundert Millionen Dollar. Das käme zu den 1,6 Milliarden Dollar hinzu, die das Justizministerium früheren Angaben zufolge als Strafe im Auge haben soll. Ein Credit-Suisse-Sprecher und Vertreter der zuständigen Regulierungsbehörde in New York lehnten eine Stellungnahme ab. Angesichts der Eskalation im Steuerstreit verliert die Spitze der Bank zunehmend an Rückhalt in der Schweizer Politik.
Die Titel von Konkurrent UBS stiegen um 0,4 Prozent.

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Die Aktien der Versicherer zeigten keine klare Richtung. Swiss Life verloren 0,9 Prozent. Der Lebensversicherer sammelte im ersten Quartal 6,9 Milliarden Franken Prämien ein. Das Geld kam von Heimmarkt Schweiz, wo das Pensionskassengeschäft floriert. In Frankreich und in Deutschland gingen die Prämieneinnahmen zurück.

Kursgewinne bei Roche und Novartis

Leichte Kursgewinne verzeichneten die beiden schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle schwächten sich dagegen leicht ab. Die Anteile zyklischer Firmen setzten den Anstieg vom Vortag fort. ABB und Holcim stiegen um 0,1 und 0,4 Prozent.

Im breiten Markt gewannen die Aktien von PSP Swiss Property 0,3 Prozent. Der Immobilienkonzern steigerte den Gewinn im ersten Quartal stärker als erwartet. Im gesamten Jahr erwartet PSP unter anderem wegen tieferer Mieteinnahmen und höherer Renovationssaugaben einen Rückgang des Betriebsgewinns (Ebitda). Basilea zogen 3,6 Prozent an. Die Biotechfirma hat auf dem Kongress ECCMID in Barcelona neue klinische Daten zu seinen Antibiotika Ceftobiprol und BAL30072 vorgelegt. 

(reuters/me)