Nach einem positiven Börsenjahr 2013 dürften laut Experten die Kurse am Schweizer Aktienmarkt auch 2014 weiter nach oben klettern – vor allem dank der Geldschwemme aus den USA.

Zwar hatte die amerikanische Zentralbank noch vor Ende 2013 am Geldhahn gedreht und ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm zur Stützung der Wirtschaft um monatlich 10 Milliarden gekappt. Die Drosselung fiel aber weniger heftig als erwartet aus. Noch immer pumpt die Fed mit dem Kauf von Staatsanleihen und Immobilienpapiere 75 Milliarden Dollar monatlich in den Finanzmarkt – ganz zur Freude der Anleger.

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Positives erstes Halbjahr

Der Geldsegen dürfte in den nächsten Monaten unvermindert anhalten und die internationalen Börsen weiter beflügeln. Das glaubt etwa Alfred Ritter, Anlagechef bei der Basler Kantonalbank (BKB). «Das Tapering wird frühestens im Frühling ausgeweitet.» Von einer Drosselung zu einem früheren Zeitpunkt sei nicht auszugehen. «Der US-Arbeitsmarkt ist noch zu wenig stabil», sagt Ritter. Daher erwartet der BKB-Banker, dass der Schweizer Aktienindex SMI im Jahresverlauf auf 9100 Punkte – also um rund acht Prozent – klettern wird.

Der Anlageexperte geht davon aus, dass die Schweizer Börse sich im ersten Halbjahr grundsätzlich positiv entwickelt. Erst in der zweiten Jahreshälfte sei mit einer heftigen Konsolidierung zu rechnen. «Die Kurse könnten um rund 10 Prozent sinken», so Ritter. Die Heftigkeit des Rücksetzers werde von den Unternehmenszahlen in den USA und in Europa abhängig sein: «Da die Erwartungen hoch gesteckt sind, sind da und dort Enttäuschungen zu erwarten», so Ritter

Volatilität wird anhalten

Auch laut Stefan Meyer, Leiter Research bei der UBS, geht es an den Börsen vorerst aufwärts: «Im ersten Halbjahr werden die Schweizer Aktienkurse weiter steigen.» Allerdings werde die Volatilität anhalten. Der UBS bleibt daher in ihrer Prognose vorsichtig: «Der SMI dürfte Mitte 2014 bei 8400 Punkten liegen.» Mit anderen Worten: ein Nullsummenspiel.

Einen deutlichen Kursdämpfer erwartet Meyer allerdings erst im zweiten Halbjahr. «Dann dürfte es an den Börsen schwieriger werden.» Grund sei das Taparing durch die Fed, das in der zweiten Jahreshälfte drastischer ausfalle werde. «Das wird die Börsen belasten», mahnt Meyer.

Wachstum im einstelligen Prozentbereich

Positiv eingestellt ist auch Stephan Meschenmoser, Anlagestratege beim Vermögensverwalter Blackrock. Er erwartet aus Börsensicht ein gutes 2014, eine konkrete Prognose will er aber nicht abgeben. Dennoch: «Genügend Liquidität und tiefe Zinsen werden weiter für ein positives Umfeld für die Aktienmärkte Kurse sorgen.» Allerdings werde es nicht im gleichen Tempo wie vergangenes Jahr vorangehen. «2014 erwarten wir an der Schweizer Börse ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich», so Meschenmoser. Auch er geht von einem volatilen Jahresverlauf aus.

Eine weitere Drosselung der Konjunkturspritze durch die Fed dürfte laut Meschenmoser keine allzu grossen Auswirkungen auf die Märkte haben. «Das Tapering ist in seiner Schockwirkung in den Kursen eingepreist.» Die Angst der Anleger vor einer weiteren Reduktion ist daher kleiner geworden. Gute Konjunkturdaten werden nicht mehr ausschliesslich als schlechte Neuigkeiten interpretiert. «Die Situation an den Märkten normalisiert sich daher», so Meschenmoser.