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SNB belässt Leitzins auf Rekordtief

Zur Durchsetzung des Euro-Mindestkurses ist die SNB bereit, in unbeschränkten Mass Devisen zu kaufen. (Bild: Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest: Leitzins und Euro-Mindestkurs bleiben unverändert.

Veröffentlicht am 14.06.2012

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer stark expansiven Geldpolitik fest. Sie wird den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro weiterhin «mit aller Konsequenz durchsetzen». Sie sei bereit, dazu «unbeschränkt Devisen zu kaufen».

Auch beim heutigen Kurs bleibe der Franken hoch bewertet. Das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt unverändert bei 0 bis 0,25 Prozent teilten die Währungshüter mit. Der Zinsentscheid war in dieser Form erwartet worden.

Bereit für weitere Massnahmen

Eine erneute Aufwertung des Schweizer Frankens hätte schwerwiegende Folgen für die Preis- und Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz, mahnen die Währungshüter. Die Nationalbank werde dies nicht zulassen. Wenn nötig sei sie bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen.

Die Prognose der SNB für das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) im Jahr 2012 lautet auf «rund 1,5 Prozent», vorher war von «gegen 1 Prozent» die Rede. Dies jedoch nur dank einem überraschend starken Winterhalbjahr, wie es heisst.

Es werde jedoch in der Schweiz im weiteren Verlauf des Jahres zu einer deutlichen Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität kommen, warnt die SNB.

Auf absehbare Zeit keine Inflationsrisiken

Die Nationalbank gehe von einer nur langsamen Erholung der Weltwirtschaft aus, und die Risiken für die Schweizer Konjunktur blieben aussergewöhnlich hoch. So habe die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Eurozone nochmals zugenommen.

Aus Sicht der SNB bestehen in der Schweiz auf absehbare Zeit keine Inflationsrisiken. Die Inflationsprognose für 2012 wird mit -0,5 Prozent (alt: -0,6 Prozent) angegeben. Für die Folgejahre 2013 und 2014 prognostiziert die SNB unverändert eine Jahresteuerung +0,3 Prozent respektive +0,6 Prozent.

Am Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt für Wohnliegenschaften hätten sich die Ungleichgewichte im letzten Quartal weiter akzentuiert, heisst es weiter.

Die Nationalbank begrüsse deshalb den Entscheid des Bundesrates, das Instrument eines antizyklischen Kapitalpuffers bereitzustellen, der Fehlentwicklungen auf dem inländischen Kreditmarkt entgegenwirken könne.

(aho/chb/awp)

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