Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Dezember offenbar massiv eingreifen müssen, um die Frankengrenze zum Euro zu verteidigen. Darauf deuten heute veröffentlichte Zahlen der SNB hin. Die Devisenreserven der Notenbank stiegen im Dezember deutlich um 32.4 Milliarden auf gut 495 Milliarden Franken – ein Plus von über 7 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Im Vormonat hatte sich der Reservenbestand kaum verändert, obwohl es bereits da Spekulationen über vereinzelte Interventionen gegeben hatte.

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Höchster Anstieg der Devisenreserven seit Juni 2012

Der Anstieg um über 32 Milliarden Franken im Dezember ist der höchste seit Juni 2012. Seinerzeit kletterten die Fremdwährungsreserven in nur einem Monat gar um 43 Milliarden Franken. In den beiden Vormonaten hatte es noch stärkere Zuwächse gegeben (siehe Grafik unten). In jenem Zeitraum kochte schon einmal eine politische Krise in Athen hoch, nachdem eine Parlamentswahl in Griechenland gescheitert war.

Die SNB dürfte jedoch weniger als 32 Milliarden Franken investiert haben, um die Frankengrenze zu verteidigen. Denn in der Zahl sind auch Wertveränderungen berücksichtigt. Und im Dezember wertete etwa der Dollar gegenüber dem Franken weiter auf.

Russland und Griechenland zwingen SNB zum Handeln

Mit den neuen Zahlen wird klar, dass die SNB zum Jahresausklang erstmals seit vielen Monaten wieder eingreifen musste, um die selbst gezogene Währungsgrenze von 1.20 Franken zum Euro zu verteidigen. Insbesondere die politische Krise in Russland führte dazu, dass die SNB am Markt Euro einkaufen musste, um den Franken zu schwächen. Dies bekannte die SNB bereits Mitte Dezember. Daneben dürften auch die politischen Sorgen um Griechenland Anleger in den Franken getrieben haben.

Dies ist auch aktuell zu beobachten: Der Euro kratzt am heutigen Mittwoch einmal mehr an der Wechselkursgrenze, das Tagestief lag bei 1.2004 Franken – einem Wert, bei dem die SNB in der Vergangenheit laut Experten bereits am Devisenmarkt intervenierte.

Negative Zinsen sollen Franken schwächen

Um der anhaltenden Frankenstärke entgegenzutreten, führte die SNB im Dezember zudem erstmals seit den 1970er Jahren negative Zinsen ein. Guthaben auf den SNB-Girokonten werden ab dem 22. Januar mit einem Zins in Höhe von minus 0,25 Prozent belastet. Damit streben die Notenbanker an, dass auch der Dreimonats-Libor als Referenzzins in den negativen Bereich fällt.