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Geldpolitik
SNB: «Franken wird sich deutlich abschwächen»

Dewet Moser: Mindestkurs-Ende «sauber» umgesetzt. Keystone

Auch nach dem Mindestkurs-Ende schlafe die Schweizerische Nationalbank nie. Das sagt Dewet Moser, stellvertretendes Mitglied des Direktoriums. Er erwartet eine Normalisierung am Devisenmarkt.

Veröffentlicht am 26.03.2015

Der Franken wird sich längerfristig deutlich abschwächen, auch wenn es danach momentan nicht aussieht. Davon zeigte sich Dewet Moser, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Geldmarkt-Apéro überzeugt.

Noch hätten sich die Verhältnisse am Devisenmarkt nicht normalisiert, sagte er gemäss Redetext. Mehr noch: Die Schweizerische Geldpolitik sei von normalen Verhältnissen weit entfernt. Doch «die SNB schläft nie und ist weiterhin auch operativ jederzeit bereit, bei Bedarf einzugreifen», sagt er. «Ich rechne fest damit, dass sich die Verhältnisse am Devisenmarkt wieder normalisieren», sagte er weiter.

Moser rechtfertigt Mindestkurs-Ende

In seiner Rede zeichnete Dewet Moser nochmals nach, warum die SNB es für nötig erachtete, den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufzuheben und die Negativzinsen anzuheben. Unter anderem gab die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren umfangreichen Staatsanleihenkäufen Anlass dazu, denn dadurch wurde der Euro noch billiger. Gleichzeitig wertete sich der Dollar auf.

«Dieses Dynamik im Währungsgefüge erfasste auch den Franken», erläuterte Moser. Zudem verschärften die Ukraine-Krise, die Situation in Griechenland und der Ölpreiszerfall den Druck.

«Saubere» Umsetzung

Die SNB hat mit ihrem Entscheid am 15. Januar allseits für Überraschung gesorgt. Dass vorab keine informellen Informationen flossen, zeigt sich auch in den beobachten Transaktionen vom gleichen Tag.

Erst 45 Sekunden nach der Publikation reagierte der Wechselkurs. Moser sprach darum von seiner «sauberen» Umsetzung. Die SNB ist nach wie vor überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben – auch bei den Negativzinsen. Die gewährten Freibezüge erachtet sie als grosszügig bemessen.

(sda/dbe)

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