Mit dem Anstieg der Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wird auch deren Bewirtschaftung immer bedeutender. An Bedeutung gewonnen haben insbesondere die Anlagen im asiatisch-pazifischen Raum, wie SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg an einer Rede in Genf erklärte. Die Gold-Initiative, über die Ende Monat abgestimmt wird, würde dagegen die Handlungsmöglichkeiten der SNB einschränken, betonte er.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Die Anlagepolitik sei für die SNB allerdings der Geld- und Währungspolitik stets untergeordnet, sagte Zurbrügg laut Redetext. Diese ist seit September 2011 vom Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro geprägt. «Die Nationalbank wird den Mindestkurs weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Zu diesem Zweck ist sie bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen und bei Bedarf unverzüglich weitere Massnahmen zu ergreifen», bekräftigte er die Position der Nationalbank.

Anlagemöglichkeiten stetig evaluieren

Weiterhin fast drei Viertel der Währungsreserven von über 500 Milliarden Franken hält die SNB in liquiden Staatsanleihen der weltweit wichtigsten Währungen. Der Aktienanteil beträgt derzeit 16 Prozent. Wegen des Konzentrationsrisikos in herkömmlichen Staatsanleihen und wegen der Gefahr, auf einzelnen Märkten unbeabsichtigte Preisschwankungen hervorzurufen, würden die Anlagemöglichkeiten stetig evaluiert.

«Unter dem Titel der Diversifikation haben in den vergangenen Jahren insbesondere Märkte im asiatisch-pazifischen Raum in der Anlagepolitik der SNB an Bedeutung gewonnen», so Zurbrügg. Der Anteil der Währungen von Japan, Australien, Singapur und Korea an den Devisenreserven habe sich seit 2010 von knapp 6 Prozent auf zuletzt beinahe 12 Prozent verdoppelt. Zudem hat die SNB eine Investitionsquote für den festlandchinesischen Anleihenmarkt erhalten. Im Umfang dieser Quote kann sie 15 Milliarden Renminbi, also gut 2 Milliarden Prozent, investieren.

Goldinitiative ist «unnötig und schädlich»

Zurbrügg kritisierte in dem Referat die Gold-Initiative als «unnötig und schädlich». «Vorgaben über den Goldanteil in der Bilanz, gekoppelt mit einem Verkaufsverbot, würden es der SNB erheblich erschweren, ihre Aufgabe auch in Zukunft zu erfüllen.» So müsse die SNB in Krisenzeiten die Schweizer Wirtschaft in Krisenzeiten rasch mit Liquidität in Franken versorgen, diese danach aber wieder abbauen können.

Die Vorgabe zum Goldanteil und das Verkaufsverbot könnten dazu führen, dass die Aktiven der Nationalbank eines Tages fast nur noch aus Gold bestünden und eine geldpolitische nötige Bilanzverkürzung nicht mehr vorgenommen werden könnte. «Langfristig könnte daher die Annahme der Gold-Initiative die Preisstabilität in der Schweiz gefährden.»

(awp/dbe)