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Devisen
SNB musste offenbar massiv intervenieren

Die Einlagen der Banken bei der Schweizerischen Nationalbank sind nach dem Ende des Mindestkurses deutlich gestiegen. Ein Indiz dafür, dass die SNB am Devisenmarkt zum Handeln gezwungen war.

Veröffentlicht am 26.01.2015

Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind die Einlagen der Banken, die seit dem 22. Januar oberhalb eines bestimmten Freibetrages mit einen Negativzins belastet werden, in der vergangenen Woche stark gewachsen.

Die Giroguthaben inländischer Banken nahmen um fast 26 Milliarden Franken auf 365,5 Milliarden Franken zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit vielen Monaten. Das Total der Sichtguthaben bei der SNB erhöhte sich ebenfalls um rund 26 Milliarden Franken auf 428,2 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilte.

Indiz für Intervention

Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Denn wenn die Notenbank Devisen kauft, wird der Franken-Gegenwert dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben.

Mitte Januar hatte die SNB den Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken aufgegeben. Laut SNB-Direktionsmitglied Fritz Zurbrügg hätte die Nationalbank zur Aufrechterhaltung des Mindestkurses mit immer höheren Beträgen am Devisenmarkt intervenieren müssen.

EZB-Entscheid drückt Euro weiter

«Hochgerechnet auf einen Monat hätten wir allein im Januar für rund 100 Milliarden Franken intervenieren müssen», sagte Zurbrügg letzte Woche in einem Interview mit dem «Blick».

Nach der Aufhebung der Untergrenze wertete sich der Franken gegenüber dem Euro stark auf. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) vergangene Woche ihr billionenschweres Anleihenkaufprogramm verkündet hatte, verlor der Euro gegenüber dem Franken nochmals an Wert.

Mehr als 99 Rappen am Vormittag

Danach wurde der Euro noch zu rund 98 Rappen gehandelt. Am Montagvormittag vermochte die Gemeinschaftswährung trotz des Wahlsieges des Linksbündnisses Syriza in Griechenland gegenüber dem Franken wieder zuzulegen. Kurz vor 10 Uhr wurde er zu mehr als 99 Rappen gehandelt.

(sda/tno/ise)
 

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