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SNB-Vize: Finanzsystem mit Regulierung stabilisieren

SNB-Vizepräsident möchte das Finanzsystem mit Regulierung stabil halten. (Bild: Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank setzt zur Erhaltung wie auch zur Stabilisierung des Finanzsystems auf die Regulierung systemischer Risiken.

Veröffentlicht am 05.09.2012

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) setzt zur Erhaltung bzw. Stabilisierung des Finanzsystems auf die Regulierung systemischer Risiken. Damit sollen die Widerstandsfähigkeit des Finanzsysems erhöht und die Gefährdung verringert werden, sagte Jean-Pierre Danthine, Vizepräsident des SNB-Direktoriums, laut Redetext anlässlich des 30. SUERF-Kolloquiums in Zürich.

Vor diesem Hintergrund sei der antizyklische Kapitalpuffer als grosser Fortschritt zu werten. Gleichzeitig sieht Danthine weiterhin mittelfristige Risiken für die Stabilität des hiesigen Finanzsystems durch die Entwicklung auf dem inländischen Hypothekar- und Immobilienmarkt, welche weiterhin dynamisch verlaufe.

Damit ein Finanzsystem stabil sein könne, müsse die Regulierung systemische Risiken direkt angehen, so Danthine. Die globale Finanzkrise habe es deutlich vor Augen geführt. Genau dies sei das Ziel von sogenannt makroprudenziellen Instrumenten. Diese würden einerseits die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems gegenüber negativen Schocks erhöhen und andererseits präventiv dem Aufbau von systemischen Risiken entgegenwirken.

Makroprudenzielle Ansatz

Dieser makroprudenzielle Ansatz sei als Ergänzung zu sehen zu einer gut konzipierten Regulierung und Überwachung der einzelnen Finanzinstitute sowie zu einer Geldpolitik, die auf Preisstabilität ausgerichtet sei, so Danthine weiter.

Gerade für die Schweiz sind laut dem SNB-Vizepräsidenten solche makroprudenziellen Instrumente von zentraler Bedeutung. Die Finanzkrise habe sich hierzulande zwar weniger ausgeprägt niedergeschlagen als in vielen anderen Staaten. Die weitreichenden Auswirkungen sowohl der jüngsten Krise weltweit wie auch die Erfahrungen mit der Immobilienkrise der frühen 1990er-Jahre in der Schweiz würden deutlich machen, dass in dieser Hinsicht Selbstgefälligkeit verfehlt wäre.

Vor diesem Hintergrund wertet Danthine das seit kurzem verfügbare Instrument des antizyklischen Kapitalpuffers als einen gewichtigen Fortschritt. Das Instrument beruhe auf Anreizen und stärke den Grundsatz der Sorgfalt. Es könne bei Bedarf flexibel eingesetzt werden, um systemischen Risiken für die Finanzstabilität entgegenzuwirken.

(muv/awp)

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